Lexikon der Biologie

Parthenogenese



Parthenogenese bei Höheren Pflanzen (Apomixis) ist sehr häufig, da die Trennung in Soma und Keimbahn nicht existiert, also jede Zelle in der Lage ist, als Keimzelle zu fungieren. Die Parthenogenese kann daher auf 3 verschiedene Arten entstehen: 1) Der Embryo entsteht direkt aus Zellen des mütterlichen Sporophyten ohne Bildung eines Gametophyten (Adventivembryonie). 2) Die diploide Embryosackmutterzelle führt keine Meiose durch, sondern entwickelt sich direkt zum Embryo, es wird jedoch ein (diploider) Gametophyt ausgebildet (Diplosporie). 3) Es wird zwar eine Meiose durchgeführt und ein (haploider) Gametophyt gebildet, der Embryo entsteht jedoch aus somatischen Zellen der Umgebung (Aposporie). Parthenogenese scheint bei Bedecktsamern und Farnpflanzen häufig zu sein, fehlt jedoch bei den Nacktsamern. Vor allem Getreide, Rosengewächse, Citrusgewächse (Citrus) und Korbblütler pflanzen sich oft auf parthenogenetische Weise fort. Insbesondere bei Getreide und Rosengewächsen tritt die Parthenogenese fakultativ auf (also abhängig von der Umwelt). Pflanzliche Parthenogenese scheint als Strategie entwickelt worden zu sein, bei Hybridisierung oder an Pionierstandorten erfolgreiche Genotypen stabil zu halten und genetische Segregation zu unterbinden.

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