{"title":"Photosynthese: Infobox I","body":"<STRONG>Photosynthese<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><STRONG>1:<\/STRONG> Meilensteine und Experimente der Photosyntheseforschung:<BR><\/BR><BR><\/BR>Die Summenformel der Photosynthese eines Kohlenhydrats war schon im 19. Jahrhundert bekannt; Einzelschritte der Photosynthese werden besonders seit ca. 1940 aufgekl&#228;rt.<BR><\/BR><BR><\/BR>Der Calvin-Zyklus wurde durch Einsatz von radioaktiv markiertem CO<SUB>2<\/SUB> aufgekl&#228;rt.<BR><\/BR><BR><\/BR>Da&#223; der bei der Photosynthese freiwerdende O<SUB>2<\/SUB> aus der Photolyse des H<SUB>2<\/SUB>O und nicht, wie fr&#252;her angenommen, aus dem CO<SUB>2<\/SUB> stammt, konnte ebenfalls durch Einsatz radioaktiver Isotope gezeigt werden: Pflanzen, die in mit H<SUB>2<\/SUB><SUP>18<\/SUP>O angereichertem Wasser gezogen werden, geben <SUP>18<\/SUP>O<SUB>2<\/SUB> nach au&#223;en ab.<BR><\/BR><BR><\/BR>Isolierte <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/13678'>Chloroplasten<\/A> k&#246;nnen in vitro den Photosyntheseproze&#223; durchf&#252;hren, sind also die Photosyntheseorganelle der Pflanzenzelle.<BR><\/BR><BR><\/BR>Da&#223; die Pigmente der Chloroplasten an der Photosynthese beteiligt sind, belegt die &#220;bereinstimmung ihrer Absorptionsspektren mit dem Wirkungsspektrum der Photosynthese (= Abh&#228;ngigkeit der Quantenwirksamkeit von der Wellenl&#228;nge des eingestrahlten Lichts).<BR><\/BR><BR><\/BR>Lichtquanten, die bei 700 nm Wellenl&#228;nge absorbiert werden, bewirken nur dann eine hohe Photosyntheseausbeute, wenn gleichzeitig Licht der Wellenl&#228;nge um 650 nm und 720 nm zugef&#252;hrt wird (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/21042'>Emerson-Effekt<\/A>); diese Erscheinung weist auf die Existenz von 2 Photosystemen hin.<BR><\/BR><BR><\/BR>Die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/31861'>Hill-Reaktion<\/A> (Reduktion von Ferricyanid zu Ferrocyanid, wie heute bekannt von Photosystem II durchgef&#252;hrt) zeigt ebenfalls, da&#223; der freiwerdende O<SUB>2<\/SUB> aus der Photolyse des Wassers stammt, vor allem aber, da&#223; der wesentliche Teil der Lichtreaktion ein Elektronentransport ist.<BR><\/BR><BR><\/BR>Die spezifische Anregung von Photosystem II bewirkt die Reduktion von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/16535'>Cytochrom<\/A>, die von Photosystem I die Oxidation von Cytochrom, was nahelegt, da&#223; die beiden Photosysteme &#252;ber Redoxsysteme gekoppelt sind.<BR><\/BR><BR><\/BR>Die Reaktionszentren von Photosystem II und Photosystem I konnten mit Hilfe der Blitzlichtspektroskopie, der Messung von Absorptions&#228;nderungen, die ein kurzer Lichtblitz ausl&#246;st, identifiziert werden.<BR><\/BR><BR><\/BR>Die Aufkl&#228;rung der dreidimensionalen Struktur vom Reaktionszentrum des schwefelfreien Purpurbakteriums <I>Rhodopseudomonas viridis<\/I> (Proteine II)gelang zu Beginn der 1980er Jahre mittels hochaufl&#246;sender <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/57477'>R&#246;ntgenstrukturanalyse<\/A> durch H. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/42769'>Michel<\/A>, J. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/17152'>Deisenhofer<\/A> und R. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/32745'>Huber<\/A>.<BR><\/BR><BR><\/BR>Die r&#228;umliche Struktur des <I>Photosystems I<\/I> aus Cyanobakterien <I>(Synechococcus elongatus)<\/I> konnte in den letzten Jahren mittels Kristallstrukturanalyse mit nahezu atomarer Aufl&#246;sung (0,25 nm) aufgekl&#228;rt werden. Jede der 3 identischen Untereinheiten (relative Molek&#252;lmasse jeweils 356.000) des in Form eines Kleeblatts vorliegenden Photosystems I enth&#228;lt 12 verschiedene Proteine, 96 Chlorophyllmolek&#252;le und &#252;ber 30 andere Bausteine. Nahezu s&#228;mtliches Chlorophyll sowie 22 Carotinoidmolek&#252;le fungieren als Lichtsammler. F&#252;r den Elektronentransfer durch die Membran stehen 6 Chlorophyll- sowie 2 Chinonmolek&#252;le zur Verf&#252;gung. Diese Pigmente sind so verteilt, da&#223; f&#252;r den Ladungstransport 2 nahezu gleichartig aufgebaute Wege genutzt werden k&#246;nnen."}