Lexikon der Biologie

Prägung



Die Grenze zwischen Prägung und anderen Lernvorgängen ist (im Gegensatz zur früheren Auffassung der Ethologie) als fließend zu betrachten. Es wird vermutet, daß Prägungen meist eine spezifische neuronale Grundlage haben: So geht die Nachlaufprägung bei Hühnerküken mit der Verdickung von Synapsen in der intermediären Region des medialen Hyperstriatum ventrale einher. Diese Verdickung läßt sich mikroskopisch nachweisen, außerdem werden dabei Stoffwechselvorgänge aktiviert, wie sich am Einbau radioaktiv markierter Moleküle (Markierung) zeigen läßt. Küken, bei denen dieser Gehirnteil beidseitig zerstört wird, lassen sich nicht prägen, obwohl sie die Nachlaufreaktion immer noch zeigen. Die genannte Region (IMHV) ist für die Engramm-Bildung notwendig, speichert aber die aufgenommene Information nicht auf Dauer.

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