{"title":"Psychoneuroimmunologie: Infobox II","body":"<STRONG>Psychoneuroimmunologie<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><STRONG>1:<\/STRONG> <I>Einflu&#223; von Stre&#223; auf das Immunsystem<\/I><BR><\/BR>In inzwischen sehr zahlreichen Untersuchungen wurde nachgewiesen, da&#223; akuter Stre&#223; eher stimulierend auf Immunfunktionen wirkt, w&#228;hrend chronischer Stre&#223; eher mit Immunschw&#228;che assoziiert ist. Ob diese Effekte f&#252;r den Menschen auch klinisch bedeutsam sind, kann gegenw&#228;rtig noch nicht beurteilt werden. Untersucht werden meistens die Lymphocytenzahlen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/40304'>Lymphocyten<\/A>) im peripheren Blut sowie deren Aktivit&#228;t. Die Tatsache, da&#223; deren Ver&#228;nderungen unter experimentellen Bedingungen statistisch signifikant sind, besagt nichts dar&#252;ber, ob sie auch biologisch relevant sind. Die Schwankungen k&#246;nnten innerhalb des Normalbereichs liegen und von anderen Teilsystemen des Immunsystems kompensiert werden. In lokalen Bereichen des Immunsystems scheinen sich allerdings auch beim Menschen gesundheitlich relevante Ver&#228;nderungen unter chronischem Stre&#223; nachweisen zu lassen. So konnte in gr&#246;&#223;eren Studien an mehreren hundert Probanden gezeigt werden, da&#223; die Zahl der Erk&#228;ltungskrankheiten (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/22336'>Erk&#228;ltung<\/A>) mit dem Ausma&#223; von erlebtem Stre&#223; deutlich zunahm. In verschiedenen Interventionsstudien wurden der Krankheitsverlauf und die &#220;berlebensraten bei Krebspatienten mit und ohne psychosoziale Betreuung verglichen, wobei die behandelten Patienten g&#252;nstigere Verl&#228;ufe aufwiesen. Diese Untersuchungen wiesen allerdings keinen sehr hohen methodischen Standard auf. Klinisch bedeutsame Erkenntnisse sind eher aus Untersuchungen &#252;ber die Zusammenh&#228;nge zwischen Immunfunktionen und St&#246;rungen vitaler Grundfunktionen zu erwarten."}