{"title":"Psychoneuroimmunologie: Infobox III","body":"<STRONG>Psychoneuroimmunologie<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><STRONG>2:<\/STRONG> <I>Methoden<\/I><BR><\/BR>Studien, in denen Funktionen des Immunsystems pharmakologisch oder neurophysiologisch massiv ver&#228;ndert werden, sind aus ethischen Gr&#252;nden (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/8607'>Bioethik<\/A>) nur am Tiermodell (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/66705'>Tierversuche<\/A>) m&#246;glich. In Humanstudien konzentriert man sich in erster Linie auf Korrelations- und Interventionsstudien sowie auf Stre&#223;- und Konditionierungsexperimente (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/36795'>Konditionierung<\/A>). Untersuchungen von Zusammenh&#228;ngen zwischen psychischen Faktoren und immunologischen Ver&#228;nderungen lassen allerdings keine kausalen Erkl&#228;rungen zu, da Erleben und Verhalten einerseits sowie Immunfunktionen andererseits einander wechselweise beeinflussen k&#246;nnen und beide Ebenen au&#223;erdem durch dritte Einflu&#223;gr&#246;&#223;en, wie <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/22361'>Ern&#228;hrung<\/A>, Lebensgewohnheiten oder Konsum von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/19452'>Drogen<\/A>, determiniert sein k&#246;nnen. Der Aussagewert von Interventionsstudien, in denen z.B. die Auswirkungen psychologischer Behandlungen auf Immunfunktionen und Krankheitsverl&#228;ufe untersucht werden, ist h&#228;ufig dadurch eingeschr&#228;nkt, da&#223; eine Parallelisierung von Behandlungs- und Kontrollgruppen nach allen therapeutisch relevanten Merkmalen kaum m&#246;glich ist. In Stre&#223;experimenten kann hingegen unter standardisierten Bedingungen gepr&#252;ft werden, welche Auswirkungen genau definierte Stressoren auf Immunfunktionen haben. Aus diesem Bereich liegen bisher besonders zahlreiche Untersuchungen vor. In Konditionierungsexperimenten mit Tieren (zumeist Ratten) injiziert man in der Regel eine immunkompetente Droge wie <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/16255'>Cyclophosphamid<\/A> als unkonditionierten Stimulus. Die unkonditionierten Reaktionen sind in diesem Fall &#220;belkeit und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/33851'>Immunsuppression<\/A>. Der urspr&#252;nglich neutrale Reiz ist eine Saccharinl&#246;sung (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/58010'>Saccharin<\/A>), die die durstig gehaltenen Tiere im zeitlichen Zusammenhang mit der Cyclophosphamidinjektion zu sich nehmen. Nach Abschlu&#223; der Konditionierung reagieren die Tiere auf die Saccharinl&#246;sung mit einer konditionierten Immunsuppression und zus&#228;tzlich mit einer konditionierten Geschmacksaversion. &#220;berzeugende Ergebnisse aus Konditionierungsuntersuchungen am Menschen sind bisher allerdings nicht bekannt."}