{"title":"Puffer: Infobox I","body":"<STRONG>Puffer<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Im Labor werden Puffer verwendet, um konstante und g&#252;nstige pH-Werte f&#252;r enzymatische Reaktionen zu erhalten, um Proteine vor <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/17249'>Denaturierung<\/A> zu sch&#252;tzen und um passende pH-Bedingungen f&#252;r die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/37624'>Kultur<\/A> von Mikroorganismen und Geweben herzustellen. Au&#223;erdem werden gepufferte L&#246;sungen auch bei vielen Trennverfahren (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/13921'>Chromatographie<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/20803'>Elektrophorese<\/A> usw.) als Elutionsmittel (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/20939'>eluieren<\/A>) eingesetzt. Die Pufferwirkung wird durch die sog. <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/31332'>Henderson-Hasselbalch-Gleichung<\/A><\/I> beschrieben.<BR><\/BR>Die <I>Pufferkapazit&#228;t<\/I> wird durch die Menge der vorhandenen Pufferkomponenten bestimmt. Sie ist definiert als die minimale Menge an S&#228;ure oder Base, die hinzugef&#252;gt bzw. entfernt werden mu&#223;, um eine signifikante pH-&#196;nderung hervorzurufen. In der Physiologie entspricht die Pufferkapazit&#228;t dem Betrag an S&#228;ure oder Base, der von K&#246;rperfl&#252;ssigkeiten aufgenommen werden kann, bevor der pH-Wert gef&#228;hrlich hoch oder niedrig wird.<BR><\/BR><I>Puffersysteme<\/I> sind Substanzen, die durch ihre Pufferwirkung die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/37136'>K&#246;rperfl&#252;ssigkeiten<\/A> gegen unphysiologische &#196;nderungen des pH-Werts sch&#252;tzen. Das Hauptpuffersystem im <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/9519'>Blut<\/A> und in den Zellen ist das <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/33066'>Hydrogencarbonat<\/A> (HCO<SUB>3<\/SUB><SUP>&#8211;<\/SUP>\/CO<SUB>2<\/SUB>). <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/30516'>H&#228;moglobin<\/A> (Desoxyh&#228;moglobin\/Desoxyh&#228;moglobin<STRONG>A<\/STRONG>H<SUP>+<\/SUP>, Oxyh&#228;moglobin\/Oxyh&#228;moglobin<STRONG>A<\/STRONG>H<SUP>+<\/SUP>) ist ein weiteres Puffersystem im Blut, das einen kleineren Beitrag zur Pufferkapazit&#228;t leistet. So sind die 5 Liter Blut eines durchschnittlichen Erwachsenen in der Lage, 0,15 mol H<SUP>+<\/SUP> aufzunehmen, bevor der pH-Wert gef&#228;hrlich niedrig (= sauer) wird. Hydrogencarbonat ist auch die Hauptform, in der CO<SUB>2<\/SUB> von den atmenden Geweben zur Lunge (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/2576'>Alveole<\/A>) transportiert wird (etwa zu 80%), wo es ausgeatmet wird. Ein kleiner Teil des CO<SUB>2<\/SUB> wird als Carbaminogruppe von Proteinen transportiert: Protein&#8211;NH<SUB>2<\/SUB> + CO<SUB>2<\/SUB> &#8652; Protein&#8211;NH&#8211;COOH &#8652; Protein&#8211;NH&#8211;COO<SUP>&#8211;<\/SUP> + H<SUP>+<\/SUP>. Dabei stehen die verschiedenen Transportformen des CO<SUB>2<\/SUB> im Blut miteinander im Gleichgewicht. Um das gel&#246;ste CO<SUB>2<\/SUB> in hohe HCO<SUB>3<\/SUB><SUP>&#8211;<\/SUP>-Konzentrationen zu &#252;berf&#252;hren, mu&#223; das entstehende H<SUP>+<\/SUP> entfernt werden, d.h. durch ein Puffersystem aufgefangen werden. Die Hauptpuffer, die diese Funktion aus&#252;ben, sind die Plasmaproteine (zu ca. 10%; <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/61230'>Serumproteine<\/A>), das <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/51165'>Phosphat<\/A> in den <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/22505'>Erythrocyten<\/A> (ca. 20%) und das H&#228;moglobin in den Erythrocyten (60&#8211;70%). <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/9928'>Bohr-Effekt<\/A>."}