Lexikon der Biologie

Rasse



Ökologische Rassen finden sich besonders bei Parasitenarten (Parasiten), deren Populationen jeweils auf bestimmte Wirte beschränkt sein können (Wirtsrassen, z.B. bei Mistel, Rostpilzen), und monophagen Pflanzenfressern unter den Insekten. Hierher gehören auch die sog. Substratrassen, worunter man meist kleine Lokalpopulationen (Mikrorassen) einer Art versteht, die der (oft kleinräumig wechselnden) Färbung des Untergrunds genetisch angepaßt sind. So können auf hellen Wüsten- bzw. dunklen Lavaböden jeweils entsprechend gefärbte Substratrassen bestimmter Arten von Lerchen, Mäusen, Schnecken vorkommen.

In der Botanik werden solche ökologische Rassen einer Art, die jeweils an bestimmte Standortbedingungen angepaßt sind, vielfach als Ökotypen bezeichnet. Bei mosaikartiger Verbreitung gleichartiger Standortbedingungen zeigen oft auch die entsprechenden Ökotypen Mosaikverbreitung, wobei vielfach ungeklärt ist, ob sie an solchen Standorten jeweils unabhängig voneinander (konvergent; Konvergenz) entstanden sind, oder ob ein einmal (monophyletisch) entstandener Ökotyp die verschiedenen, ihm zusagenden (gleichartigen) Standorte besiedelt hat.

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