Lexikon der Biologie

Reafferenzprinzip



Nach der sog. outflow-Hypothese stammen Vergleichssignale der Augenbewegungen zur Verrechnung von Eigen- und Fremdbewegung (Bewegungswahrnehmung) aus dem selben Hirnteil, der die Augenbewegung steuert. Diese Hypothese wurde bereits 1867 von H. von Helmholtz vorgeschlagen und durch das Reafferenzprinzip von H. Mittelstaedt und E.W. von Holst erweitert und verallgemeinert.

Die 1918 von C.S. Sherrington vorgeschlagene sog. inflow-Hypothese, nach der die Vergleichssignale der Augenbewegungen zur Verrechnung von Eigen- und Fremdbewegung aus den extraokularen Augenmuskeln selbst kommen und nicht aus dem Hirnteil, der die Augenbewegung steuert, wird nach der Erweiterung der outflow-Hypothese durch das Reafferenzprinzip heute als verworfen angesehen.

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