Lexikon der Biologie



Rhizom



Abb. 1: Als Rhizome oder Wurzelstöcke werden unterirdische Sproßachsen mit Wurzelfunktion bezeichnet. Sie sind oft beträchtlich verdickt (Speicherfunktion). Auch hier sind monopodiale und sympodiale Systeme vertreten. Beim monopodialen System (1) ist das plagiotrop wachsende Rhizom die Hauptachse, z.B. bei der Einbeere, die oberirdischen Sproßteile mit Laubblättern und Blüten sind Seitenzweige (I, II, III). Beim sympodialen System (2) sind dagegen die oberirdischen Sproßteile jeweils die das Wachstum mit der Blüten- und Fruchtbildung abschließenden Hauptachsen (E1, E2, E3), das Rhizom wird durch jeweils 1 (Salomonssiegel, Weißwurz) oder 2 (Schwertlilie) Seitenachsen fortgesetzt (1,2,3,4). Die Narben des Salomonssiegel-Rhizoms, die „Siegel“, sind somit die Narben der jährlichen Blüten-(Haupt-)sprosse (1–8). Rhizome allgemein sind – außer anatomisch – durch das Auftreten von farblosen Niederblättern von echten Wurzeln zu unterscheiden.

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