Lexikon der Biologie

Rieselfelder



Rieselfelder wurden im ausgehenden 19. Jahrhundert zur Beseitigung der Abwässer mehrerer deutscher Städte (z.B. Berlin, Münster, Freiburg) und gleichzeitigen Düngung landwirtschaftlicher Flächen als fortschrittliche hygienische Maßnahme angelegt. Die Bedeutung der Rieselfelder ging mit dem Bau von Kläranlagen seit den 1970er Jahren stark zurück. Heute werden sie nur noch vereinzelt zur Abwasserklärung genutzt. – Die an Nährstoffen und Kleintieren reichen Rieselfelder erwiesen sich häufig als gesuchte Vogelbiotope und Zugvogelrastplätze und haben so zum Teil einen hohen Naturschutzwert erlangt, der aber die Fortführung der Abwasserausbringung voraussetzt. – Als Standorte von Altlasten sind Rieselfelder seit den 1980er Jahren Gegenstand von Forschungsprojekten.

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