Lexikon der Biologie

Säuren



Konzepte des Säurebegriffs:

Säuren sind nach der Definition des schwedischen Physikochemikers S.A. Arrhenius Stoffe, die in wäßriger Lösung unter Bildung von H+-Ionen (Protonen) dissoziieren (Basen bilden entsprechend OH-Ionen). Dieses älteste Konzept ist mittlerweile weitgehend abgelöst worden von der vom dänischen Chemiker J.N. Brønsted aufgestellten Definition, nach der Säuren Systeme sind, die Protonen abgeben, also als Protonendonatoren fungieren, und Basen entsprechend als Protonenakzeptoren. In diesem Konzept (Brønsted-Säure-Base-Theorie) sind Säuren nicht auf wäßrige Systeme beschränkt, sondern können auch zur Beschreibung von Reaktionen in nichtwäßrigen Lösungsmitteln und in der Gasphase dienen. Ein drittes, von dem amerikan. Physikochemiker G.N. Lewis aufgestelltes Konzept bezeichnet als Säuren (Lewis-Säure) Moleküle oder Ionen, die über eine Elektronenlücke verfügen, also Elektronenpaarakzeptoren sind, und die mit Basen (die als Elektronenpaardonatoren ein Elektronenpaar zur Verfügung stellen) unter Knüpfung einer kovalenten chemischen Bindung reagieren können. Dieses Konzept findet vor allem breite Anwendung in der Diskussion von Reaktionsabläufen in der organischen Chemie.

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