Lexikon der Biologie

Sinne



Fehlleistungen der Sinne, d.h. Gegebenheiten, unter denen unsere Sinne nicht mehr erwartungsgemäß funktionieren, haben zum einen heuristische Funktion, da sie die Grenzen und damit die Passungen (Adaptation) des menschlichen Wahrnehmungsapparats aufzeigen. So funktioniert das menschliche Gehör (Ohr), das an das Leben an Land angepaßt ist, unter Wasser nur schlecht, und so kann es z.B. die von Fischen ausgehenden Geräusche aufgrund der unterschiedlichen Schallweiterleitung (Schall) unter Wasser so gut wie nie wahrnehmen. Zum anderen helfen Fehlleistungen, Ausfallserscheinungen und Täuschungen, Struktur und Funktion kognitiver Mechanismen zu analysieren. Die funktionelle Aufteilung des Gehirns zeigt sich an neurologischen Ausfallserscheinungen; Sinnestäuschungen lassen Schlußfolgerungen auf Sinnesleistungen zu, und „Farbenblindheit“ (Farbenfehlsichtigkeit) hilft, den Mechanismus des Farbensehens besser zu verstehen.

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