Lexikon der Biologie

spleißen



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Selbstspleißende Intronen. Für die Auswahl der Spleißstellen sowie die katalytische Aktivität selbstspleißender Intronen bzw. RNAs ist eine charakteristische Sekundärstruktur (teilweise auch Tertiärstruktur) notwendig, die durch spezifische Basenpaarungen erreicht wird. In vivo wird diese Struktur vermutlich durch Proteine stabilisiert. Selbstspleißende Intronen werden 2 Gruppen zugerechnet. Gruppe-I-Intronen kommen in Prokaryoten, Organellen sowie im Zellkern Niederer Eukaryoten vor. Die Spleißreaktion wird durch Angriff der 3'-OH-Gruppe eines externen Guanosin-Cofaktors auf die 3',5'-Phosphodiesterbindung an der 5'-Spleißstelle eingeleitet (z.B. 26S-rRNA von Tetrahymena). Das Guanosin bleibt an der frei werdenden 5'-Phosphatgruppe des Introns gebunden. Gruppe-II-Intronen kommen in Organellen, seltener auch in Prokaryoten vor. Der Angriff auf die 3',5'-Phosphodiesterbindung an der 5'-Spleißstelle erfolgt durch die 2'-OH-Gruppe eines Adenosinrests innerhalb des Introns, wobei wie bei der durch Spleißosomen katalysierten Reaktionsfolge eine Lassostruktur gebildet wird. Prinzipiell wird der Selbstspleißvorgang von beiden Intronengruppen wie beim Spleißen von Kern-mRNA mittels Spleißosomen durch Umesterungen vollzogen.

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