Lexikon der Biologie

Zu Sprache





Wichtige neuronale Grundlagen der Sprachfähigkeit
Merkmale und Funktionen Neuronales Substrat
phonologische Analyse Bereich um die Fissura lateralis (Sylvische Furche): Wernicke-Region, Insel, Gyrus supramarginalis
Kategorisierung in Wörter, aussprechbare Nichtwörter und andere Reize (z.B. einfache Töne, Vokale, Buchstaben); der Unterschied muß erlernt werden Aktivierung der primären und sekundären visuellen bzw. auditiven Hirnrinden; nur beim Lesen bzw. Hören bekannter Wörter oder aussprechbarer Nichtwörter zusätzliche Aktivierung einer Region im linken Hinterhauptslappen bzw. der Wernicke-Region
Kategorisierung und phonematische Etikettierung, primär mittels Substantiven Schaltkreise im Temporallappen, mit Grundverschaltung der Objekterkennung verknüpft
Verarbeitung von visuellen und auditiven sprachlichen Inputs sensorische Areale und präfrontaler Cortex; visuelle Inputs können phonologisch analysiert werden, müssen aber nicht
Syntax (betrifft primär den Gebrauch der Verben als phonematische Etiketten von Bewegungen) Verarbeitung von Syntax und Verben im Stirnlappen (insbesondere im ventralen präfrontalen Cortex und im prämotorischen Areal), zum Teil auch im vorderen Gyrus cinguli; möglicherweise findet im Stirnlappen eine Kategorisierung statt
Wortanalyse präfrontaler Cortex, vorderer Gyrus cinguli (vermittelt wahrscheinlich die Aufmerksamkeit), rechte Kleinhirn-Hemisphäre
kategoriespezifisches Wissen, lexikalisch-semantische Verarbeitung Temporallappen (z.B. Personennamen im Temporalpol, Tiernamen im unteren, vorderen Schläfenlappen, Werkzeugbezeichnungen im hinteren Schläfenlappen und der Übergangsregion des Schläfen-, Scheitel- und Hinterhauptslappens), lateraler und medialer Stirnlappen (Verben), Gyrus angularis, dorsolateraler präfrontaler Cortex
automatische Sprachverarbeitung (z.B. bei stereotypen Antworten) insuläre Cortices (Insel)
nichtautomatische Sprachverarbeitung (z.B. neue Antworten nach kognitiver Verarbeitung) Frontallappen und hinterer Temporallappen der linken Hemisphäre, vorderer Gyrus cinguli, rechtes Cerebellum (Kleinhirn)
Kurzzeitgedächtnis für gehörte oder gelesene Wörter während einer Unterhaltung oder Lektüre Frontallappen (insbesondere für Verben) und hinterer Temporallappen (insbesondere für Substantive)
Repräsentation gelernter Wörter hinterer Temporallappen (wird von sinnlosen Konsonantenfolgen nicht aktiviert)
Wortassoziation, z.B. „Hammer“ als Antwort auf „Nagel“ Frontallappen (insbesondere links innen) einschließlich der Broca-Region; hinterer Temporallappen, vorderer Gyrus cinguli, Kleinhirn
Bildung von Silben und Übergängen zwischen diesen prämotorische Regionen und hinterer Parietallappen (vielleicht analog zur Kontrolle der Extremitätenbewegung)
Wiederholung vorgegebener Worte bilaterale Aktivierung des motorischen und sensorischen Gesichtsareals, des supplementären Sprachareals, der Insel und des rechten Kleinhirns (dort motorische Steuerung), nicht aber der Wernicke- und Broca-Region
Artikulation/Sprachproduktion supplementär-motorisches Areal (Initiation) und Broca-Region mit den umliegenden vorderen Regionen, nachgeschaltete motorische Rindenfelder und Teile der Insel (fortlaufende Kontrolle)
Verständnis und Produktion kommunikativer und emotionaler Betonungen (Prosodie) rechte Hemisphäre (insbesondere unterer motorischer Cortex und Operculum)
Pragmatik (Kohärenz von Erzählungen, situationsabhängige Angemessenheit der Wortwahl, Verständnis von Witzen), Kommunikationskonventionen rechte Hemisphäre (insbesondere präfrontale und dorsolateral-frontale Areale)

[Drucken] [Fenster schliessen]