Lexikon der Biologie



Sprache



Abb. 2: Lokalisation bestimmter Teilbereiche der Sprachfähigkeit. Die neuronale Basis der Sprache ist ähnlich wie Wahrnehmung und Gedächtnis organisiert: Sprachfunktionen sind über einen großen Bereich des Cortex verteilt. Außerdem existieren mehrere, teilweise unabhängige „Kanäle“ für die Sprachfunktionen: für die Verarbeitung von visuellem und auditivem Material, für die Generierung von Verben (Syntax) und Substantiven, für automatisches und für geplantes Sprechen sowie für die Produktion einzelner und multipler Phoneme. So wie sich nicht auf eine bestimmte Hirnregion deuten läßt, die „sieht“ oder sich „erinnert“, läßt sich auch kein Ort lokalisieren, der „redet“. Die Sprachfähigkeit hängt von einem komplexen Gefüge sensorischer Integration, symbolischer Assoziation, motorischer Fertigkeiten, gelernter syntaktischer Muster und dem verbalen Gedächtnis sowie dem begrifflichen und kategoriespezifischen Wissen ab.

[Drucken] [Fenster schliessen]