Lexikon der Biologie



Spulwurm



Abb. 2: Entwicklungszyklus von Ascaris lumbricoides. Der innere Kreis zeigt die Wirte, der äußere die jeweiligen Parasitenstadien. –

Der Spulwurm ist nicht der gefährlichste (Schistosomiasis), aber der größte und zugleich häufigste Wurmparasit des Menschen (weltweit sind ca. 700 Millionen befallen; in Teilen der Mittelmeerländer 90%). Die Weibchen geben täglich 200.000 Eier ab (ca. 70 Millionen bei 1 Jahr Lebensdauer). Die Eier müssen sich im Freien entwickeln (10–50 Tage, je nach Temperatur), deshalb ist eine sofortige „Ansteckung“ oder Selbstinfektion nicht möglich (Gegensatz: Madenwurm; Enterobiasis). Die Eier bleiben jahrelang infektiös und sind resistent gegen Austrocknung, Temperaturschwankungen und sogar verschiedene Desinfektionsmittel. – Der Spulwurm frißt im Gegensatz zum Hakenwurm keine Darmzotten. Trotzdem schädigt er den Menschen, vor allem durch seine Stoffwechselprodukte, bei starkem Befall durch Darmverschluß, seltener auch durch Eindringen in Gallengänge und Blinddarm. Die Larven verursachen während ihrer Herz-Lungen-Passage nur geringere Beschwerden (Bronchitis). Gefährlich sind aber „Irrläufer“, die in verschiedenste Organe, sogar bis ins Auge, einwandern können.

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