Lexikon der Biologie



Autoimmunkrankheiten



Zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten (z. B. multipler Sklerose) wird seit neuestem die sog. Stammzelltransplantation erprobt – ein Verfahren, bei dem das "fehlgeleitete" Immunsystem gänzlich zerstört und mit Hilfe der körpereigenen Stammzellen anschließend wieder neu aufgebaut wird. Dazu werden dem Patienten zunächst die Stammzellen entfernt und aufbewahrt. Mittels einer einige Wochen später durchgeführten Hochdosis-Chemotherapie wird das "alte" Immunsystem vollständig zerstört, wobei im Vordergrund steht, vor allem die die krankheitserregenden Immunreaktionen auslösenden Immunzellen auszulöschen. Anschließend werden dem Patienten die eigenen Stammzellen wieder zurückgegeben, aus denen sich innerhalb nur weniger Tage ein "neues" Immunsystem, das alle Immunzelltypen enthält, entwickelt. Der in dieser Phase erhöhten Infektionsanfälligkeit des Patienten wird mit entsprechenden Präventivmaßnahmen begegnet.





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