Lexikon der Biologie

Strategie



Anpassungsstrategien:

1) Als r-Strategie, r-Selektion oder Vermehrungsstrategie wird eine Anpassungsstrategie bezeichnet, bei der ein Überschuß an Nachkommen (Nachkommenschaft) erzeugt wird. Viele dieser Nachkommen fallen dem Umweltwiderstand zum Opfer, und nur wenige gelangen sicher zur Fortpflanzung. Bei den r-Strategen handelt es sich meist um kleine, kurzlebige Arten, die unter nur kurzzeitig günstigen Umweltbedingungen leben, deren erneutes Eintreten wenig vorhersagbar ist, wie es z.B. für Mikroorganismen, Wasserflöhe, Blattläuse, viele Parasiten, Sperlinge, Mäuse und andere gilt. Sie erzeugen möglichst viele Nachkommen, damit wenigstens einige davon überleben, während K-Strategen (s.u.) mehr in die Konkurrenzfähigkeit einiger weniger Nachkommen investieren. Die Charakterisierung als r- oder K-Strategie ist nicht absolut, sondern relativ zueinander: Von zwei zu vergleichenden Arten ist immer eine etwa stärker K-, die andere etwas stärker r-selektiert.

2) Die K-Strategie oder K-Selektion ist eine Anpassungsstrategie, bei der nur wenige Nachkommen produziert werden, die sehr gut an ihren Lebensraum angepaßt sind. Eine geringe Nachkommenzahl ist ausreichend, da nur wenige dem Umweltwiderstand zum Opfer fallen. Die Bezeichnung K-Strategie resultiert daher, daß bei dieser Strategie die Kapazitäts-Grenze (K) des Lebensraums berücksichtigt ist. Typische K-Strategen sind große Tiere mit langsamer Entwicklung, langer Generationszeit und spezieller Anpassung.

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