Lexikon der Biologie



Taxol



Taxol ist ein tricyclisches Molekül, das aus 1 Achterring besteht, an den 2 Sechserringe gekoppelt sind. Die krebshemmende Wirkung von Taxol beruht auf der Hemmung der Depolymerisierung von Mikrotubuli und damit auf der Stabilisierung des polymeren Zustands. Die Bindung erfolgt an der Stelle, wo die Tubulin-Protofilamente miteinander verbunden sind, so daß sie auf diese Weise fixiert werden. Freies Tubulin wird dagegen nicht gebunden. Taxol verhindert so die Desaggregation des Spindelapparats, insbesondere entstehen in der Mitosephase (Mitose) keine Kernspindeln (Mitosegifte). Der Zellzyklus in der G2- und M-Phase ist blockiert, die Zelle stirbt ab. Neueren Untersuchungen zufolge wird als weiterer Wirkmechanismus die Bindung des Taxols an das Protein Bcl-2 (Apoptose) angesehen, das in einer Anzahl aggressiver Krebsarten übermäßig viel vorhanden ist. Da der Bedarf an Taxol aus natürlichen Vorkommen nicht gedeckt werden kann, gewinnt man heute aus europäischen Eibenarten (z.B. Taxus baccata) das in genügenden Mengen vorkommende Baccatin III und stellt daraus partialsynthetisch den Wirkstoff Paclitaxel her. Taxol ist schlecht wasserlöslich (und damit schlecht injizierbar) und relativ toxisch. Unter der Therapie kann es u.a. zu Knochenmarksdepression, Störungen im peripheren Nervensystem, Erbrechen, Durchfall, schweren allergischen Reaktionen und Herzrhythmusstörungen kommen. Epothilone.

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