{"title":"transgene Pflanzen: Infobox I","body":"<STRONG>transgene Pflanzen<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR><I>Methoden der Transgen&#252;bertragung:<\/I><BR><\/BR>Das am besten erforschte Beispiel eines nat&#252;rlichen Transfers von Fremdgenen auf Pflanzenzellen ist die &#220;bertragung der T-DNA des <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/66788'>Ti-Plasmids<\/A><\/I> von <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/1569'>Agrobacterium<\/A><\/I><I> tumefaciens<\/I> auf die chromosomale DNA von Zellen eines von den Bakterien befallenen Wirtsorganismus. Die &#220;bertragung der T-DNA erfolgt in gewissen Grenzen unabh&#228;ngig von der L&#228;nge der T-DNA und der Art der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/27280'>genetischen Information<\/A>, die sie tr&#228;gt. Man kann au&#223;er den beiden Enden (Bordersequenzen) die gesamte T-DNA durch ein gew&#252;nschtes St&#252;ck anderer DNA ersetzen. Daher stellt das Ti-Plasmid einen nahezu idealen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/69136'>Vektor<\/A> dar, der allerdings aufgrund des Wirtsspektrums von <I>Agrobacterium tumefaciens<\/I> vorwiegend bei <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/72082'>Zweikeimbl&#228;ttrigen Pflanzen<\/A> (Dikotylen) eingesetzt werden kann. Die Transformation erfolgt, indem man Zellen (am Rand von Blattscheiben; transgene Pflanzen: Abbildung I) der Pflanze mit plasmidhaltigen Agrobakterien zusammenbringt, oder indem man kompetente <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/54332'>Protoplasten<\/A> (s.u.) der Pflanze Ti-Plasmiden aussetzt. Mit Hilfe der Zellkulturtechnik (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/71584'>Zellkultur<\/A>) kann aus einzelnen Zellen bzw. Protoplasten die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/56015'>Regeneration<\/A> vollst&#228;ndiger Pflanzen erfolgen, deren Zellen alle das Transgen tragen. Da sich somit das Transgen auch in den Keimzellen befindet, wird dieses als neuer Bestandteil des Erbguts auf folgende Generationen &#252;bertragen (vertikaler Gentransfer).<BR><\/BR>&#8211; Auch <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/50721'>Pflanzenviren<\/A><\/I> k&#246;nnen als unselbst&#228;ndige genetische Einheiten zur k&#252;nstlichen Gen&#252;bertragung auf Pflanzenzellen benutzt werden. &#196;hnlich wie bei Ti-Plasmiden k&#246;nnen hier zum Teil Bereiche der Viren-DNA durch andere DNA ersetzt werden.<BR><\/BR>&#8211; <I>Pflanzen-<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/54332'>Protoplasten<\/A><\/I> sind nach entsprechender Behandlung (z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/52855'>Polyethylenglykol<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/20805'>Elektroporation<\/A>) f&#252;r die Aufnahme nackter DNA kompetent. Daher ist es m&#246;glich, DNA auch ohne Vektoren wie Ti-Plasmide und Viren in Pflanzenzellen einzubringen.<BR><\/BR>&#8211; Bei der sog. <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/8660'>biolistischen Methode<\/A><\/I> werden mit der <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/49660'>Partikelkanone<\/A><\/I> mit DNA &#252;berzogene Gold- oder Wolfram-Mikroprojektile in Pflanzenzellen oder auf ganze Blattbereiche geschossen. Dabei sind Zahl und Tiefe des Eindringens der Partikel in das Blattgewebe pro Schu&#223; einstellbar. &#220;ber die Partikelkanone ist es auch m&#246;glich, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/52213'>Plastiden<\/A> innerhalb der Pflanzenzelle zu transformieren (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/67241'>Transformation<\/A>).<BR><\/BR>&#8211; Neben den gentechnischen Methoden, mit denen Erbanlagen, die bekannt und kloniert sind, auf Pflanzen &#252;bertragen werden k&#246;nnen, gibt es <I>zellbiologische Verfahren<\/I> (fallen bisher nicht unter die Kontrolle des Gentechnikgesetzes [<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/27314'>Gengesetz<\/A>])<I>,<\/I> mit denen man gr&#246;&#223;ere Gruppen noch unbekannter Gene &#252;bertragen kann. Beim Verfahren der <I>somatischen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/32983'>Hybridisierung<\/A><\/I> werden 2 Protoplasten miteinander verschmolzen <I>(<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/54333'>Protoplastenfusion<\/A><\/I><I>)<\/I>. Die beiden Ausgangszellarten k&#246;nnen dabei von verwandtschaftlich weit entfernten, normalerweise nicht miteinander kreuzbaren Arten stammen. Neben der symmetrischen wird h&#228;ufig die sog. <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/5695'>asymmetrische somatische Hybridisierung<\/A><\/I> angewandt.<BR><\/BR>&#8211; Die Selektion von Transgen-tragenden Pflanzenzellen kann durch Markergene (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/69137'>Vektoren<\/A>) f&#252;r <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/4028'>Antibiotika-Resistenzen<\/A> oder <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/31407'>Herbizidresistenzen<\/A> erfolgen. Heute werden jedoch andere Selektionsm&#246;glichkeiten favorisiert. Dazu geh&#246;ren u.a. Gene, die Pflanzenzellen erm&#246;glichen, bestimmte <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/51653'>Phytohormone<\/A> (z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/16553'>Cytokinine<\/A>) besser zu nutzen bzw. zu mobilisieren oder auf N&#228;hrmedien mit einfachen Zuckern (z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/41064'>Mannose<\/A>) zu wachsen und Pflanzen zu regenerieren."}