Lexikon der Biologie

Trias



Die Lebewelt der Trias



Pflanzen

Kalkabscheidende Algen spielten im marinen Bereich eine wesentliche Rolle als Gesteinsbildner. Erste Coccolithen vor 220 Millionen Jahren. Auf dem Festland verschwanden die baumhohen Bärlappe (Siegelbaumgewächse, Schuppenbaumgewächse) und Schachtelhalme. (Calamitaceae); niedrigere Formen (Equisetites, Pleuromeia [Pleuromeiales]) traten an ihre Stelle. Neue Gruppen von Nacktsamern (Lepidopteris [Peltaspermales], Sagenopteris) und Farnen (Marattiaceae [Marattiales], Königsfarngewächse, Dipteridaceae, Matoniaceae) entwickelten sich. Ginkgo-Gewächse (Ginkgoartige) nahmen an Häufigkeit und Formenreichtum zu. Die als lebende Fossilien bekannten Cycadeen (Cycadales) hatten in der Trias ihren Beginn.



Tiere

Hexacorallia übernahmen vor etwa 247 Millionen Jahren die Rolle der Rugosa. Muscheln überflügelten die Brachiopoden und stellten die häufigsten Fossilien der Periode; Aviculiden, Limiden, Trigoniiden, Megalodonten und Cardiiden kommt stratigraphische Bedeutung zu. Unter den Schnecken starben die im Perm verbreiteten Bellerophonten (Bellerophon) aus; Littorinaceen (Littorina), Naticaceen (Natica) und andere erschienen neu. Nautiloidea erfuhren einen letzten Entwicklungshöhepunkt, Orthoceraten (Orthocerida) starben in der Ober-Trias völlig aus. Die Ceratiten wurden die beherrschende Gruppe unter den Ammonoidea. Letztere waren am Ende des Perm fast gänzlich untergegangen und wuchsen in der Trias wieder auf über 400 Gattungen an. Die Coleoidea (Aulacoceras, Atractites, Belemnotheutis) nahmen an Häufigkeit weiter zu, und erste echte Kalmare finden sich im Rhätium (Kössener Schichten) der bayerischen Alpen. Dominierende Gruppen unter den Fischen waren Actinopterygier (neu: Teleostei) und unter den Amphibien die Labyrinthodontia (Mastodonsaurus, Trematosaurus). Bei den Reptilien entfalteten sich Thecodontia, Saurischia und Ornithischia (Dinosaurier). Die letzteren beiden traten erstmals vor etwa 240 Millionen Jahren auf. Manche erreichten schon Körperlängen bis ca. 20 m. Ichthyopterygia (Mixosaurus; Ichthyosaurier), Sauropterygia (Nothosauria) und Placodontia (Placodus gigas) kehrten zur marinen Lebensweise zurück. Therapsida (Oligokyphus) erreichten bereits Säuger-Ähnlichkeit und wiesen vor etwa 227 Millionen Jahren eine merkliche Diversifikation auf. Ablagerungen des Rhätium u.a. in Deutschland lieferten erste Reste (vor ca. 214 Millionen Jahren) kleiner, triconodonter Säugetiere (Morganucodon). Gegen Ende der Trias verschwanden die Conodonten.

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