Lexikon der Biologie



Trilobiten



Abb. 2:

Großgruppen der Trilobiten und ihre stratigraphischen Reichweiten.

Systematisch unterscheidet man 9 (bei manchen Autoren mit den Odontopleurida 10) Trilobiten-Ordnungen: a) Redlichiida (Unter- bis Mittel-Kambrium): mit großem, halbkreisförmigem Cephalon, zahlreichen, meist bestachelten Thorakalsegmenten und kleinem Pygidium. b) Agnostida (Unter-Kambrium bis Ober-Ordovizium): mit fast gleich großem Kopf- und Schwanzschild und lediglich 2 Thorakalsegmenten, Formen meist blind, Lebensweise mit aufeinandergeklapptem Kopf- und Schwanzschild. c) Naraoiida (Mittel-Kambrium, Burgess-Schiefer): ohne Thorakalsegmente, Panzer unverkalkt. d) Corynexochorida (Corynexochida, Corynexochoida; Unter-Kambrium bis Mittel-Devon): sehr heterogene Gruppe, Glabella parallel begrenzt oder nach vorn erweitert, opisthopare Sutur, 7–8 Thorakalsegmente, Hypostom zum Teil mit Rostralplatte verschmolzen. e) Lichida (Mittel-Kambrium bis Mittel-Devon): stark bestachelte Trilobiten und unter Umständen sehr große Formen mit zum Teil tuberkuliertem Panzer, Glabella mit bis zu 4 Glabellarfurchen, opisthopare Sutur, Größe des Pygidiums je nach Untergruppe verschieden. (Zu dieser Ordnung wird zum Teil auch die Gruppe Odontopleuroidea [sonst als eigene Ordnung Odontopleurida geführt] gestellt). f) Phacopida (Unter-Ordovizium bis Unter-Devon) mit vorherrschend proparen Suturen. Unterteilung in 3 Unterordnungen: Cheirurina (mit nach vorn verbreiterter Glabella und 4 Glabellarfurchen, 8–19 Thorakalsegmente, Pygidium bestachelt oder mit ausgefingertem Rand), Calymenina (mit nach vorn verschmälerter Glabella und gonatoparer Sutur, Thorax mit 11–13 Segmenten, Pygidium gerundet oder subdreieckig) und Phacopina (mit proparer Sutur, Glabella nach vorn verbreitert, ohne Rostralplatte, Thorax mit 11 Segmenten, Pygidium klein, gut entwickelter Einrollungsmechanismus). g) Ptychopariida (Unter-Kambrium bis Unter-Devon): große paraphyletische Gruppe mit stark modifizierten Gruppen, typische Vertreter mit nach vorn verschmälerter Glabella und geraden Glabellarfurchen; großer Thorax, aber kleines Pygidium. h) Asaphida (Unter-Kambrium bis Silur): Glabella undeutlich begrenzt, 8 Rumpfsegmente und großes bis sehr großes Pygidium, breiter Umschlag des Panzers auf Ventralseite. i) Proetida (Ordovizium bis Perm): große stark gewölbte Glabella, opisthopare Sutur, Cephalon mit Wangenstacheln, Rostralplatte nach hinten schmaler werdend, Thorax mit 8–10 Segmenten, Pygidium meist gefurcht und unbestachelt.

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