{"title":"Badeschwmme: 2","body":"<BR><\/BR><STRONG>Badeschw&#228;mme<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Badeschw&#228;mme sind seit der Bronzezeit in Gebrauch und finden bis in unsere Tage vielf&#228;ltige Verwendung, so als Reinigungsger&#228;te zur K&#246;rperpflege von Mensch und Tier, zum Waschen z. B. von Autos, Fenstern, Tafeln, als Filter-, Polier- und Anstreicherschw&#228;mme. Sie spielten in der Heilkunde des klassischen Altertums eine bedeutende Rolle und gelten als einer der &#228;ltesten Artikel des Drogenhandels, was durch den Zolltarif des Ptolemaios II. Philadelphus (283&#8211;247 v. Chr.) belegt ist, der f&#252;r Schw&#228;mme, die &#252;ber Alexandria oder Pelusium nach &#196;gypten eingef&#252;hrt wurden, 25% betrug. Sie dienten zur Blutstillung, zur Reinigung von Wunden, als Pessare zur Empf&#228;ngnisverh&#252;tung, als Pre&#223;schw&#228;mme zur Er&#246;ffnung von Fisteln oder des Muttermundes. Die durch R&#246;sten bei nicht allzu hoher Temperatur erhaltene Schwammkohle oder Schwammasche <I>(Carbo spongiae, Spongia usta)<\/I> wurde &#252;ber 6 Jahrhunderte erfolgreich gegen Kropf angewendet, ohne da&#223; man wu&#223;te, da&#223; die Wirkung auf dem Iodgehalt (Diiodtyrosin) der Skelettsubstanz beruht. Als Schlafschw&#228;mme <I>(Spongiae somniferae, Spongiae soposiferae)<\/I> wurden mit Pflanzenextrakten getr&#228;nkte Badeschw&#228;mme zur Schmerzstillung und Narkose gebraucht. Auch das kirchliche Zeremoniell des Mittelalters bediente sich der Schw&#228;mme, denn nur mit ihnen durften Hostienkr&#252;mel aufgewischt werden.<BR><\/BR>Heute hat die Kunststoffproduktion den nat&#252;rlichen Badeschwamm vielfach verdr&#228;ngt, und das Deutsche Arzneibuch f&#252;hrt keinen Apothekerschwamm mehr. Noch 1967 wurden insgesamt 14 400 kg Schw&#228;mme in die Bundesrepublik Deutschland eingef&#252;hrt, vor allem aus Griechenland und Kuba. 1959 gab es in Griechenland noch 105 Fangschiffe mit &#252;ber 500 Schwammtauchern (Schwammfischerei).<BR><\/BR><BR><\/BR><BR><\/BR>"}