Lexikon der Biologie

Vermeidungsverhalten



Das Vermeidungsverhalten beinhaltet genetisch fixierte oder zum Teil erlernte Vermeidungsreaktionen gegenüber Reizen, mit denen das Individuum schlechte Erfahrungen (z.B. Schmerz, Schreck, vegetative Störungen) gesammelt hat. Es kann aus einer Hemmung der Annäherung (kritische Distanz) oder Berührung oder aus aktiver Flucht (Fluchtbereitschaft) bestehen. Eine besonders große Rolle spielt das Vermeidungsverhalten im Bereich der Nahrungsaufnahme. Hier sind besonders Arten mit weitem Nahrungsspektrum (Ernährung, Generalisten) betroffen, wie z.B. Ratten. Eine einmalige schlechte Erfahrung führt meist zu einer Vermeidung dieses Nahrungsmittels.

Beim Menschen führt Vermeidungslernen (Vermeidungsreaktion bei Erwartung unangenehmer Ereignisse und Noxen, die auf den Organismus einwirken, z.B. Strafen, Elektroschocks) zu einer Fluchtreaktion oder zum „Aus dem Weg gehen“ unangenehmer Situationen. Vermeidungslernen ist ein Faktor, der Phobien (Angst) aufrechterhält und bei Sozialisationsprozessen (Sozialisation) wirksam wird. Externe soziale Instanzen sanktionieren unerwünschtes, nicht normgerechtes (Normen) Verhalten. Durch Vermeidung versucht man, sich den erwarteten oder angedrohten Sanktionen entziehen zu können (Konformität). agonistisches Verhalten, Aversion, Bestrafung, diffuger Status, Evolutionäre Ethik, Klippenmeideverhalten, Konfliktverhalten.

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