{"title":"Viren: Infobox II","body":"<STRONG>Viren<BR><\/BR><BR><\/BR>2:<\/STRONG> <I>Mutation<\/I>,<I> Rekombination und Evolution:<\/I><BR><\/BR>Als obligate intrazellul&#228;re <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/49484'>Parasiten<\/A> m&#252;ssen sich Viren den Bedingungen ihrer Wirte st&#228;ndig anpassen. Wegen ihrer F&#228;higkeit zu <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/44508'>Mutation<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/56162'>Rekombination<\/A>, verbunden mit kurzen Generationszeiten und der gro&#223;en Anzahl an Nachkommen, k&#246;nnen die Prozesse der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/60907'>Selektion<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/23154'>Evolution<\/A> schnell und effizient ablaufen. Bei der Replikation von Virus-Genomen kommt es in unterschiedlicher H&#228;ufigkeit zu Mutationen. Bei <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/18877'>DNA-Viren<\/A><\/I>, die wirtseigene <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/18851'>DNA-Polymerasen<\/A> mit proof-reading-Funktion benutzen, liegt die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/44515'>Mutationsrate<\/A> nur bei 1 Fehler pro 10<SUP>9<\/SUP> synthetisierten <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/46963'>Nucleotiden<\/A>. Die viruscodierten DNA-Polymerasen anderer DNA-Viren besitzen ebenfalls eine proof-reading-Aktivit&#228;t. Bei <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/57339'>RNA-Viren<\/A><\/I> und <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/56487'>Retroviren<\/A><\/I>, deren <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/52910'>Polymerasen<\/A> ohne Korrekturfunktion arbeiten, liegt die Fehlerh&#228;ufigkeit mit 1 pro 10<SUP>4<\/SUP> bis 10<SUP>5<\/SUP> Nucleotiden sehr viel h&#246;her, so da&#223; jedes neu synthetisierte Genommolek&#252;l im Durchschnitt 1 Mutation enth&#228;lt. F&#252;r RNA-Viren gilt deshalb das <I>Quasispezies-Konzept<\/I> (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/55298'>Quasispezies<\/A>). Viren k&#246;nnen <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/27280'>genetische Information<\/A> durch <I>Rekombination<\/I> oder <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/55893'>reassortment<\/A><\/I> (bei Viren mit segmentiertem Genom) austauschen. Au&#223;erdem k&#246;nnen zellul&#228;re Sequenzen in virale Genome aufgenommen werden (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/57338'>RNA-Tumorviren<\/A>)."}