Lexikon der Biologie

Viviparie



Bei Pflanzen stellt die Viviparie, eine an Extremstandorten herausgebildete Lebensform, eine optimale Anpassung dar. So siedelt z.B. in Hochlagen der alpinen und subnivalen Höhenstufe der Ökotyp des lebendgebärenden Alpen-Rispengrases (Poa alpina ssp. viviparum). Am Ende einer äußerst kurzen Vegetationsperiode löst sich die fertig ausgebildete Jung- von der Mutterpflanze, verankert sich im Boden und kann dann direkt ihren Lebenszyklus beginnen. Ähnliches gilt für Bryophyllum, eine lebendgebärende Gattung der Dickblattgewächse, die bereits von J.W. von Goethe beschrieben wurde. Schließlich sind auch manche Gattungen der Mangrove (z.B. Avicennia und Rhizophora [Rhizophoraceae]) durch Viviparie an ihren durch Gezeiten beeinflußten Küstenstandorten begünstigt. Denn die Ansiedlung gelingt ihnen nur, indem sich die fertig ausgebildete Jungpflanze mit einem speerartigen Organ von der Mutterpflanze ablöst und im weichen Schlick einbohrt und verankert.

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