Lexikon der Biologie

Watt



Im Watt, zwischen dessen höheren Verebnungen (Platen) auch bei Ebbe wassergefüllte Rinnen und Gräben (Priele und Baljen) liegen, werden Sinkstoffe angereichert, da die Resuspendierung von Teilchen energieaufwendig ist und das Sediment rasch durch schleimbildende Tiere gefestigt wird. Wattboden besteht neben Sand, Schluff, Ton, Muschelschill (Schill), Diatomeen-Schalen und anderem zu 1,5 bis 10% aus organischer Substanz. Bei Luftabschluß unter Algendecken wird er schwarz gefärbt, bei Luftzufuhr durch Tierbauten rostgefleckt. Als Farbstreifenwatt wird ein Sand-Watt-Bereich mit einer vertikalen Schichtung bezeichnet (von oben nach unten: helle Oberflächenschicht mit Kieselalgen, grüne Schicht mit Cyanobakterien und Grünalgen, violettrote Schicht mit Purpurbakterien, schwarze Schwefeleisen-Schicht; Mikroorganismenmatten). – Die Vorbeiführung von Pflanzen-Detritus und Plankton mit dem Tidenstrom liefert die Nahrung für eine reiche Fauna mit meist sessiler bis hemisessiler Lebensweise: Wattwurm (Arenicolidae), Wattkrebs, Polychaet Nereis, Klaffmuscheln, Herzmuscheln, Pfeffermuscheln, Miesmuscheln, Strandschnecken und Wattschnecken, Wattkrebse, Garnelen (Crangonidae); außerdem eine charakteristische Vogelfauna (vor allem Wat- und Möwenvögel). Das Sandwatt ist frei von höherer Vegetation. Auf feinkörnigerem Substrat wachsen, vom Meer zum Land hin zoniert: Seegraswiesen (Zosteretea), Quellerwatten und Schlickgras-Bestände (Thero-Salicornietea, Spartinetea) und Salzrasen (Asteretea tripolii). Die Spermatophyten (Blütenpflanzen) wirken als Sedimentfänger, sind Nahrungsquelle für Tiere und Substrat für Aufwuchsalgen.

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