{"title":"Wirt: Infobox I","body":"<STRONG>Wirt<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Man unterscheidet verschiedene Wirtstypen: der <I>Hauptwirt<\/I> ist der bevorzugte Wirt, der f&#252;r den Parasiten optimale Entwicklungsbedingungen bietet. In einem <I>Nebenwirt<\/I> dagegen sind die Lebensbedingungen schlechter, die Entwicklung des Parasiten l&#228;uft h&#228;ufig nur unvollst&#228;ndig ab. Von einem <I>Fehlwirt<\/I> spricht man, wenn in diesem keine Lebensm&#246;glichkeit besteht, w&#228;hrend ein <I>paratenischer Wirt<\/I> zwar ein &#220;berleben, aber keine Entwicklung erm&#246;glicht. Die Entwicklung vieler Parasiten verl&#228;uft mit einem <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/70901'>Wirtswechsel<\/A> und einem <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/27236'>Generationswechsel<\/A> innerhalb des Entwicklungszyklus. Ein besonderes Problem f&#252;r den Parasiten stellt die <I>Wirtsfindung<\/I> dar. Manche <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/20614'>Ektoparasiten<\/A> leben in der unmittelbaren Umgebung des Wirts an dessen Brut-, Schlaf- oder Wohnpl&#228;tzen, z.B. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/25180'>Fl&#246;he<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/70150'>Wanzen<\/A>, oder orientieren sich an optischen oder chemischen Reizen. Auch der Befall neuer Wirte &#252;ber den f&#228;kal-oralen Weg ist h&#228;ufig. <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/21254'>Endoparasiten<\/A> wie Viren, Bakterien oder Pilze werden teilweise &#252;ber Tr&#246;pfcheninfektion oder mit Staub oder Atemluft vom Wirt aufgenommen. H&#228;ufig ist auch die Weiterverbreitung durch Blut saugende <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/69137'>Vektoren<\/A>. Der Wirt bildet oft spezielle Abwehrstrategien gegen seine Parasiten aus. Hierzu geh&#246;ren unspezifische Mechanismen wie humorale <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/321'>Abwehr<\/A>, z.B. durch <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/40397'>Lysozym<\/A>, das Bakterienw&#228;nde aufl&#246;sen kann, und zellul&#228;re Abwehr durch phagocytierende Zellen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/50815'>Phagocytose<\/A>). Spezifische Mechanismen setzen erst nach vorangegangenem Kontakt mit dem betreffenden Parasiten ein und ben&#246;tigen einige Zeit bis zu ihrer Wirksamkeit (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/56363'>Resistenz<\/A>). In manchen F&#228;llen werden beim Versagen anderer Mechanismen die lebensf&#228;hig bleibenden Parasiten auch vom Wirt abgekapselt. Dies ist u.a. bei Muskel-<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/67471'>Trichinen<\/A> der Fall. Im Gegenzug haben die Parasiten allerdings Mechanismen entwickelt, welche die Abwehr des Wirts erschweren oder verhindern."}