Lexikon der Biologie

Züchtung



Der genetischen Verarmung soll mit der Einrichtung von Genbanken und der finanziellen Förderung von Bauern, die alte Sorten anbauen (sog. in-situ-Erhaltung) entgegengewirkt werden. Die Erhaltung der landwirtschaftlichen Biodiversität ist zunehmend auch ein Anliegen der Züchter selbst: Aufgrund der fehlenden öffentlichen Akzeptanz für gentechnologisch erzeugte Zuchterzeugnisse und der damit verbundenen wirtschaftlichen Einbußen gehen immer mehr Saatguterzeuger von transgenen Pflanzen auf sog. marker-assisted breeding über. Dabei werden molekulare Marker für bestimmte Eigenschaften in alten Sorten oder Wildarten einer Kulturpflanze gesucht und dann auf konventionellem Wege über Kreuzung in Hochertragssorten eingebracht. Dahinter steht auch die Erkenntnis, daß viele der inzwischen wichtigen Zuchtziele (z.B. Resistenz gegen Krankheitserreger, Toleranz gegen Dürre [Trockenresistenz] oder Bodenversalzung) nicht durch ein Gen codiert werden, sondern auf einer Kombination von verschiedenen Genen beruhen (sog. quantitative trait loci). Es genügt also nicht, einzelne Gene durch Transformation zu übertragen, sondern man muß einen gesamten Komplex von Genen in seiner Gesamtheit einführen und durch die verschiedenen Stufen des Einkreuzungsvorgangs molekulargenetisch nachverfolgen.

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