Lexikon der Biologie



bildgebende Verfahren



Das klassische bildgebende Verfahren ist die Anwendung von Röntgenstrahlen (Röntgendiagnostik) zur Darstellung von Strukturen mit ausreichender Materiedichte, unter Verwendung von Röntgenkontrastmitteln auch zur Darstellung von Hohlorganen des Körpers. In der Thermographie wird die von den untersuchten Objekten ausgehende Wärmestrahlung (Infrarot) zur Aufnahme von Wärmebildern (Thermogrammen) genutzt und z. B. zur Diagnose von Entzündungsprozessen und zur Erkennung des Mammakarzinoms eingesetzt. Die Endoskopie setzt Lichtleitfasern zur Betrachtung von Körperhöhlen ein. Bei der Sonographie bedient man sich des Ultraschalls, um mit Hilfe von Reflexion, Absorption sowie Schwächung der Schallwellen zweidimensionale Schnittbilder darzustellen und u. a. Strömungsgeschwindigkeiten (z. B. des Blutes) zu messen. Zur Funktionsdiagnostik von Organen wird die Szintigraphie angewendet, bei der die Verstoffwechselung kurzlebiger Radionuklide bzw. Radiopharmaka verfolgt wird (Immunszintigraphie). Inzwischen sind bildgebende Verfahren Standard, die die Darstellung und Kombination beliebiger Schnittebenen erlauben. Mehrere physikalisch grundverschiedene Typen solcher bildgebender Verfahren sind zu unterscheiden: Computertomographie (zur Bildgebung benutzt: Röntgenstrahlung), Positronenemissionstomographie (Gammastrahlen), Magnetresonanztomographie oder Kernspintomographie (Magnetresonanz), single photon emission computed tomography (SPECT; Gammastrahlen). Bei allen Methoden bestehen unterschiedliche Limitationen bezüglich der räumlichen und zeitlichen Auflösung und der abbildbaren Strukturen. Vor allem die letztgenannten Verfahren finden verstärkt in der Neurologie und Neurobiologie Anwendung, wo sie dazu dienen, die Struktur und das Aktivitätsmuster von Nervengewebe, vor allem des lebenden Gehirns (neuroimaging), sichtbar zu machen. Neu ist die Einführung der Holographiein der medizinischen Diagnostik, mit der die dreidimensionale Darstellung und Analyse von Geweben und Organen möglich ist – ohne eine Flut digitaler Datensätze, wie sie bei tomographischen Techniken anfällt, bearbeiten zu müssen. Holographische Techniken sind sowohl mit Laserlicht als auch mit Infrarot, Ultraschall und Mikrowellen anwendbar.





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