Lexikon der Biologie



Bioindikatoren



Schnecken als Bioindikatoren:

Marine Vorderkiemer reagieren empfindlich auf sog. Antifouling-Substanzen im Wasser (z. B. Organozinn-Verbindungen im Schiffsanstrich; Biofilm). Diese verursachen Veränderungen vor allem am Genitalsystem (Intersexualität bei Strandschnecken der Gattung Littorina, Imposex bei Nucella und der Wattschnecke Hydrobia ulvae), führen zu Sterilität und gefährden damit das Überleben ganzer Populationen. Die Veränderungen lassen sich klassifizieren, und die so gewonnene Skala ermöglicht, den Grad der Schadstoffbelastung abzuschätzen.



Moose als Bioindikatoren:

1998 fanden Forscher heraus, daß die überdurchschnittlich warmen Winter seit Mitte der 1960er Jahre auffällig mit 11 Moos-Neufunden in Deutschland innerhalb von 10 Jahren korrelieren. Ursprünglich mediterran, mediterran-atlantisch oder atlantisch verbreitete Moosarten, z. B. Dicranella howei, Tortella inflexa und Sematophyllum micans, konnten erstmals nördlich und östlich ihrer früheren Verbreitungsgrenzen nachgewiesen werden. Moose scheinen besonders geeignet für das Monitoring von Klimafluktuationen zu sein: sie produzieren eine hohe Zahl an Sporen, mit deren Hilfe sie sich rasch über weite Strecken ausbreiten können. Wenn die klimatischen Bedingungen gegeben sind, können sie also ihr Areal schnell ausweiten.





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