Lexikon der Biologie



Blei



Die Umweltbelastung mit Blei läßt sich durch Bestimmung des Bleigehalts (aller 4 wichtigen Bleiisotope) in Seesedimenten, Eisbohrungen und Torfkernen bestimmen, die damit einhergehende Bleideponierung im Organismus durch die Bestimmung der Werte in Knochen. Deutlich zu erkennen ist dabei eine steigende Bleibelastung seit Beginn des Ackerbaus vor etwa 6000–8000 Jahren. Flächenrodungen führten zu einer zunehmenden Freisetzung aus bleihaltigen Stäuben. Die Bleiwerte stiegen mit der gezielten Gewinnung des Schwermetalls vor allem durch die Römer und sanken entsprechend nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches. Sie stiegen wieder im Mittelalter aufgrund der Silbergewinnung aus bleihaltigen Erzen und später durch die Erzgewinnung mit der zunehmenden Industrialisierung. Den größten Sprung verursachte die Einführung des bleihaltigen Benzins. Anhand von Torfkernen aus Hochmooren konnte man feststellen, daß 1971 der bisherige Höhepunkt der Belastung mit 16 mg/m2 Moorfläche erreicht wurde – ein Wert, der etwa 1600fach über der natürlichen Bleibelastung liegt. Seitdem sinkt die Belastung, insbesondere aufgrund der Umstellung auf bleifreies Benzin, beträgt aber heute (1999) immer noch etwa das 850fache der natürlichen Belastung.





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