Lexikon der Biologie



Blutgerinnung



Genmutationen können zu Veränderungen der Gerinnungsfaktoren führen, die entweder eine Funktionseinschränkung oder eine veränderte Abbaugeschwindigkeit der Faktoren zur Folge haben. Die Häufigkeit solcher Mutationen ist geographisch unterschiedlich ausgeprägt. Beispielsweise ist das Gen für den Faktor V in Europa sehr oft mutiert, in Deutschland etwa bei jeder 10.–20. Person. Der veränderte Faktor wird äußerst langsam abgebaut, was ein erhöhtes Thromboserisiko im Anschluß an Operationen nach sich zieht. Es wird daher versucht, frisch Operierte möglichst schnell zu mobilisieren. In Japan und China kommt dagegen eine Mutation des Faktors V fast nie vor, frisch Operierten wird eher Bettruhe verordnet, um Blutungen zu vermeiden. Ein mutierter Faktor kann offenbar aber auch positive Auswirkungen haben: Zwar ist eine Korrelation nicht klar belegt, doch ist auffällig, daß schwere Blutungen nach der Geburt in Europa wesentlich seltener vorkommen als in Japan oder China.





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