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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Coffea-Arten

Coffea-Arten

Fam.: Rubiaceae.

Coffea arabica L. (syn. Coffea laurifolia, C. mauritiana, C. vulgaris, Jasminum arabicum laurifolia); Kaffee (syn. Arabica-Kaffee, Kaffeebaum, Kaffeepflanze, Kaffeestrauch).
Heim.: in den südwestlichen Bergen Äthiopiens.
Vork.: in allen tropischen und subtropischen Gebieten innerhalb der beiden Wendekreise, vgl. Abbildung.
Drogen: 1. Coffeae carbo (syn. Carbo Coffeae, Coffeae tostae carbo); Kaffeekohle, die gemahlenen, bis zur Schwarzbräunung und Verkohlung der äußeren Samenpartien gerösteten, grünen, getrockneten Samen. Inh.: Coffein (0,8-1 %), stark reduzierend wirkende Karamelisierungsprodukte. Anw.: bei unspezifischen, akuten Durchfallerkrankungen und zur lokalen Therapie bei leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut. In der Volksheilkunde wird die Droge auch bei Entzündungen und zur Wundbehandlung verwendet. 2. Coffeae semen (syn. Semen Coffeae, Semina Coffeae); Kaffeebohnen (syn. Grüner Kaffee, Kaffee), die getrockneten, von der Samenhaut befreiten Samen. Inh.: Purinalkaloide (v.a. 0,6-1,7 % Coffein, in geringen Mengen Theophyllin, Theobromin), Chlorogensäure (5,5-7,6 %), Atractyligenin (Diterpen) und seine Glykoside, Diterpenalkohole, fettes Öl (ca. 15 %). Anw.: als Extrakt bei geistiger und körperlicher Ermüdung, Schwächezuständen. Kaffee zählt zu den verbreitetsten Genußmitteln weltweit und wird u.a. wegen seines anregenden Charakters getrunken.
Hom.: 1. Coffea arabica HAB1, die von der Samenschale befreiten, reifen, getrockneten, ungerösteten Samen. Anw.-Geb.: Schlafstörungen, Neuralgien. 2. Coffea arabica tosta HAB1, die getrockneten, stark gerösteten Samen. Anw.-Geb.: Schlafstörungen und Neuralgien.



Coffea arabica. Blühende bzw. fruchtende Sprosse (A), Steinfrucht (B) und Same (C).

Coffea canephora Pierre ex Froehn. (syn. Coffea bukobensis, C. kouilouensis, C. laurentii, C. maclaudii, C. robusta, C. ugandae, C. welwitschii); Robustakaffee (syn. Kongokaffee, Robusta).
Vork.: ursprünglich in den feuchten Tiefland-Regenwäldern Afrikas von Guinea bis Uganda und Angola, vereinzelt in Brasilien.
Drogen: 1. Coffeae carbo (syn. Kaffeekohle). 2. Coffeae semen (syn. Kaffeebohnen). Inh. und Anw.: s. Coffea arabica.

Histor.: Der Gebrauch des Kaffees ist in Nordostafrika seit dem Altertum belegt, seine Verbreitung war allerdings beschränkt. Die Kreuzfahrer kannten die Droge noch nicht. Die Araber brachten den Kaffee nach Arabien, seit dem 16. Jh. wurde er als Genußmittel beliebt und im Jemen erstmals kultiviert. Die Bezeichnung "Mokka" geht auf den gleichnamigen Hafenplatz am Roten Meer zurück, der damals die Kaffee-Ernte Jemens ausführte. Der Gebrauch des Kaffees verbreitete sich von Arabien nach Westen, 1554 finden sich erste Kaffeehäuser in Konstantinopel, 1671 in Marseille. Die Holländer kultivierten 1683 erste Kaffeepflanzen auf Java und markieren damit den Beginn der Kaffeekultur in den Tropen. Über den Botanischen Garten in Amsterdam ist dann die erste Kaffepflanze nach Amerika gebracht worden.

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