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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Aconitum-Arten

Aconitum-Arten

Fam.: Ranunculaceae.

Aconitum napellus L. ssp. napellus; Blauer oder Echter Eisenhut (syn. Blaue Mönchskappe, Sturmhut, Teufelskappe), vgl. Abbildung.
Vork.: Bergregionen in Europa, Asien und Amerika.
Drogen: 1. Tubera Aconiti (syn. Aconiti tuber); Eisenhutknollen. Inh.: Diterpenalkaloide (0,2-1 %, Aconitin, Mesoaconitin, Hypaconitin) neben geringen Mengen an Aconitsäure und Neopellin vgl. Formel. Anw.: Extrakte werden innerlich und äußerlich aufgrund ihrer analgetischen Wirkung zur Behandlung von Neuralgien, bes. Trigeminusneuralgie sowie bei Gicht und Rheuma eingesetzt. Da die therapeutische Breite von Aconitum-Zubereitungen relativ gering ist, wird die Anwendung heute abgelehnt. 2. Aconiti herba (syn. Herba Aconiti); Eisenhutkraut (syn. Apollonienkraut. Inh. und Anw.: s. Aconiti tuber.
Hom.: 1. Aconitum napellus (syn. Aconitum) HAB1 und 2. A. napellus Rh Aconitum napellus Rh(syn. Aconitum Rh) HAB1, die ganzen, frischen Pflanzen. 3. A. napellus e radice Aconitum napellus e radice HAB34, die frischen Wurzelknollen mit den daran hängenden Wurzeln. Anw.-Geb.: zur Behandlung entzündlicher Prozesse des Nervensystems, des Herzens, des arteriellen Gefäßsystems sowie der weiblichen Geschlechtsorgane. A. napellus Rh findet Anwendung in der anthroposophischen Therapie.



Aconitum napellus, Echter Eisenhut



Aconitum anthora L.; Gelber Sturmhut. (syn. Feinblättriger Sturmhut, Giftheit, Giftheil-Eisenhut).
Droge: die Wurzelknollen. Inh.: etwa 2 % Diterpenalkaloide, v.a. Atisin (Anthorin).
Hom.: Aconitum anthora HAB34, die frische, blühende Pflanze.

Aconitum x cammarum L. emend. Fries (syn. A. napellus x A. variegatum, A. x intermedium, A. x stoerkianum); Blauer Sturmhut (syn. Blaue Wolfswurz, Stoerks Eisenhut).
Droge: die Wurzelknollen. Inh.: 0,5 % Gesamtalkaloide, die denen von A. napellus ähneln.
Hom.: Aconitum cammarum HAB34, die frischen, unterirdischen Teile der Pflanze. Anw.-Geb.: bei Neuralgien und Empfindungsstörungen.

Aconitum carmichaelii Debeaux (syn. A. bodinieri, A. fisheri, A. fisheri var. wilsonii, A. kusnezoffii var. bodinieri, A. wilsonii); Carmichaels Eisenhut.
Droge: Aconiti radix lateralis praeparata (vorbehandelte Eisenhutseitenwurzel, Kusauzuknollen) Inh.: Diterpenalkaloide (0,3-1,6 %) vom Aconitin-Typ, Salsolinol, Magnoflorin, Catecholamine und Glycane. Anw.: In der chinesischen Medizin zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie in der traditionellen chinesischen Medizin u.a. bei Impotenz, Unfruchtbarkeit und neuralgischen Schmerzen.

Aconitum ferox Wall. ex Seringe; Wilder Sturmhut.
Droge: die Wurzelknollen. Inh.: etwa 1 % Gesamtalkaloide in den Wurzeln, v.a. Pseudoaconitin, Indaconitin, Bikhaconitin und Chasmaconitin.
Hom.: Aconitum ferox HAB34, die frischen, unterirdischen Teile. Anw.-Geb.: Angina pectoris und Neuralgien.

Aconitum vulparia Rchb. (syn. A. lycoctonum); Gelber Eisenhut (syn. Fuchseisenhut, Gelbe Gelstern, Helmchrut, Hundstod, Wolfs-Eisenhut, Wolfswurz), vgl. Abbildung.
Droge: die Wurzelknollen. Inh.: Die Droge enthält Diterpenalkaloide (ca. 1 %), hauptsächlich Lycaconitin und Lycoctonin, weiterhin Magnoflorin (Isochinolinalkaloid).
Hom.: Aconitum lycoctonum HAB34, das frische, zur Zeit der beginnenden Blüte gesammelte Kraut. Anw.-Geb.: bei Lymphdrüsenentzündungen.

Histor.: Die Giftigkeit des Eisenhuts war bereits in der Antike bekannt und Extrakte daraus wurden zu Giftmorden benutzt.



Aconitum vulparia, Gelber Eisenhut

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