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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Aegopodium podagraria

Aegopodium podagraria
(syn. Aegopodium angelicaefolium, A. latifolium, A. ternatum, Apium biternatum, Apium podagraria, Carum podagraria, Ligusticum podagraria, Pimpinella angelicaefolia, Pimpinella podagraria, Podagraria aegopodium, Podagraria erratica, Selinum podagraria, Seseli aegopodium, Sison podagraria, Sium podagraria, Sinum vulgare, Tragoselinum angelica); Giersch (syn. Dreiblatt, Dreifuß, Geißfuß, Hinfuß, Podagrariakraut, Zipperleinkraut).
Fam.: Apiaceae (Umbelliferae).
Vork.: Europa.
Droge: Aegopodii podagrariae herba (syn. Herba Aegopodii podagrariae, Herba Podagrariae). Inh.: äther. Öl mit noch nicht definierten Komponenten, Flavonolglykoside (Hyperosid, Isoquercitrin), Phenolcarbonsäuren (Kaffeesäure, Chlorogensäure), Ascorbinsäure, Cumarine. In der Wurzel kommen weiterhin Polyine (Falcarindiol) und ein Lektin vor. Anw.: Ein Tee wird vorzugsweise in der Volksheilkunde bei Rheuma und Gicht (Name: lat. podagra = Gicht der großen Zehe) getrunken sowie äußerlich in Form von Umschlägen und als Badedroge bei Hämorrhoiden verwendet.
Hom.: Aegopodium podagraria HAB34, die frische, blühende Pflanze. Anw.-Geb.: bei Rheuma und Gicht.
Histor.: In alten Kräuterbüchern wird die Droge auch als Herba Sancti Gerhardi bezeichnet und als Bestandteil von Frühjahresgerichten (Frühjahreskur) empfohlen. Die jungen Blätter, Blattstiele und Stengel besitzen einen schwachen Möhrengeruch und werden wie Spinat bzw. als Salat zubereitet. Der Gattungsname Aegopodium stammt aus dem griechischen aix, aigos (Ziege) und podion (Füßchen), wegen der eingeschlagenen einem Ziegenfuß ähnelnden Kronblätter. Aus pous (Fuß) und agra (Fessel) wurde der Artname podagrarius (fußgichtheilend) geprägt.

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