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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Amanita muscaria

Amanita muscaria (L. ex Fr.) Hooker
Fliegenpilz (syn. Roter Fliegenpilz); vgl. Abbildung.
Fam.: Amanitaceae.
Inh.: Ibotensäure (je nach Standort 0,03-0,1 %), Muscimol, Muscazon sowie in Spuren Muscarin. Für die auffällige Farbe der Fliegenpilze sind stickstoffhaltige Betalaine, wie Muscaflavin (gelb), Muscaaurine (orangegelb) und Muscapurpurine (rotviolett) verantwortlich. Wirk.: In den USA und in Sibirien werden Fliegenpilze als Rauschdroge verwendet, da Muscimol vgl. Formel (Decarboxylierungsprodukt der Ibotensäure vgl. Formel) Schläfrigkeit, Euphorie, Halluzinationen und Erregungszustände auslöst, gefolgt von vorübergehenden motorischen Lähmungen. Todesfälle wurden selten beobachtet. A. muscaria soll mit dem altindischen "Soma" identisch sein und damit zu den ältesten Rauschdrogen zählen. Muscarin hat bei diesem Pilz aufgrund seiner geringen Konzentration keine toxikologische Bedeutung. Muscazon, das nur im frischen Pilz enthalten ist, soll eine fliegenabtötende Wirkung entfalten.
Hom.: Amanita muscaria (Agaricus) HAB1, der frische Fruchtkörper. Anw.-Geb.: bei choreatischen und eleptiformen Zuständen, Blasenlähmung, Lidkrämpfen, klimakterischen Beschwerden sowie Paraesthesien.



Amanita muscaria, Fliegenpilz





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