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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Anethum graveolens

Anethum graveolens L.
(syn. Pastinaca graveolens, Ferula graveolens, Angelica graveolens, Peucedanum graveolens, Selinum anethum, Pastinaca anethum, Peucedanum anethum, Anethum arvense, Selinum pastinaca, Anethum sowa, Peucedanum sowa, Anethum benevolens); Gemeiner Dill (syn. Gurkenkraut, Teufelsdill, Dill, Dillfenchel, Bergkümmel).
Fam.: Apiaceae (Compositae).
Heim.: Mittelmeerraum, Kulturen im gemäßigten Klima, u.a in Mitteleuropa.
Drogen: 1. Anethi fructus (syn. Fructus Anethi); Dillfrüchte, die getrockneten Früchte. Inh.: äther. Öl (bis 4 %, mit 30-60 % D-Carvon als Hauptkomponente), Cumarine (u.a. Aesculetin, Umbelliferon und Scopoletin), Furanocumarine (u.a. Bergapten) sowie Kaffeesäurederivate. Wirk.: Anregung der Magensaftsekretion, karminativ, spasmolytisch an der Muskulatur des Magen-Darm-Traktes. Anw.: Carminativum, mildes Stomachikum, Diuretikum sowie Lactagogum, Bestandteil von Teekombinationen. 2. Anethi herba (syn. Herba Anethi); Dillkraut. Inh.: äther. Öl (Oleum Anethi; 0,5-1,5 %, u.a. D-Carvon und Phellandren enthaltend), ferner Cumarine und Kaffeesäurederivate. Anw.: Carminativum und mildes Stomachikum sowie als Gewürz (frisches und getrocknetes Kraut).
Hom.: Anethum graveolens HAB1, die ganze frische blühende Pflanze. Anw.-Geb.: Herz- und Kreislauferkrankungen.
Histor.: Der Dill ist eine uralte Arznei- und Küchenpflanze, die bereits im Papyrus Ebers gegen Kopfschmerzen und zur Erweichung der Blutgefäße erwähnt wird. Nach Dioskurides regen Abkochungen der Früchte die Milchsekretion an, sie sind harntreibend sowie wirksam bei Leibschmerzen und Blähungen. Auch im Capitulare de villis Karls des Großen ist Dill aufgeführt.

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