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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Argemone mexicana

Argemone mexicana L.
(syn. Argemone leiocarpa, A. mucronata, A. ochroleuca, A. spinosa, A. sulphurea, A. versicolor, Ectrus mexicanus, Papaver spinosum); Mexikanischer Stachelmohn.
Fam.: Papaveraceae.
Vork.: Zentralamerika, Brasilien, Indien, tropisches Afrika.
Drogen: 1. Oleum Argemonis; Argemonöl (syn. Stachelmohnöl), das fette Öl der Samen. Inh: Trigylceride mit Palmitin-, Myristin- und Linolsäure als Fettsäurekomponenten. Anw.: in der brasilianischen Volksheilkunde als Purgans, in Ostindien als Speiseöl, sonst als Brenn- und Schmieröl. 2. Cardo mariano (syn. Cardo santo), Blätter und Samen. Inh: Alkaloide, wie Argemonin, Argonin, Berberin (0,125 %), Norargemonin, Sanguinarin, Protopin; Gerbstoffe. Anw.: in der Volksheilkunde als Sedativum und Brechmittel. 3. Stachelmohnsaft, der aus der Pflanze gewonnene Milchsaft. Inh: Berberin, Protopin sowie weitere Isochinolinalkaloide. Anw.: in der Volksheilkunde bei Augenleiden, Nierenschmerzen, Galleleiden, Harnverhaltung, Muskelschmerzen sowie zur Entfernmung von Warzen, bei Schlafstörungen und Asthma.
Histor.: Der Stachelmohn war den Azteken als "Nahrung der Toten" bekannt; daran sollten sich die Seelen im Totenreich und regenreichen Paradies laben. Um 1597 wurde die Pflanze bereits in Europa beschrieben. Zu Beginn dieses Jahrhunderts sollen die Chinesen aus dem Stachelmohn eine Art Opium gewonnen und als Ersatz für das aus Papaver somniferum gewonnene, genutzt haben. Heute wird die Pflanze als Marihuanaersatz und Aphrodisiakum geraucht, in Indien dient sie zur Erzeugung halluzinogener Zustände.

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