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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Artemisia vulgaris

Artemisia vulgaris L.
(syn. Artemisia lactiflora, A. samamisica); Gemeiner Beifuß (syn. Gewürzbeifuß). Staude.
Fam.: Asteraceae (Compositae).
Vork.: in ganz Europa.
Droge: Artemisiae herba (syn. Herba Artemisiae); Beifußkraut (syn. Jungfernkraut, Johanniskraut, Weibergürtelkraut, Fliegenkraut, Gänsekraut, Johannishaupt), die vorsichtig getrockneten, während der Blütezeit gesammelten Zweigspitzen. Inh.: äther. Öl (0,03-0,2 %, das u.a. Cineol, Terpinen-4-ol, (+)- und (-)-Borneol, Thujon, β-Pinen und Myrcen enthält), ferner Sesquiterpenlactone vom Eudesmantyp, u.a. Psilostachin, lipophile Flavonolderivate wie 5,3'-Dihydroxy-3,7,4'-trimethoxyflavon sowie 7,8-Methylendioxy-9-methoxycumarin. Anw.: in der Volksheilkunde bei Erkrankungen der Verdauungsorgane, u.a. Appetitlosigkeit und Magenbeschwerden. Darüber hinaus wird die Droge als Gewürz, z.B. für Gänsebraten, genutzt. Dos.: 0,5-2 g Droge als Aufguß dreimal täglich.
Hom.: Artemisia vulgaris HAB1, die frischen, zu Beginn des Winters geernteten, unterirdischen Teile. Anw.-Geb.: u.a. bei Krampfleiden und Wurmbeschwerden.
Histor.: Der Name Artemisia wird bei Dioskurides und Plinius für Artemisia vulgaris und verwandete Arten verwendet. Er soll von der Göttin Artemis, die oft gleichgesetzt wird mit Ilithia, der Göttin der Geburt, abgeleitet sein. So sprechen auch die Schriftsteller der alten Griechen und Römer von einer Artemisia als einem gynäkologischen Mittel. Uber die deutsche Bezeichnung Beifuß gibt es verschiedene Auslegungen. Nach einem alten Aberglauben soll die Pflanze, um den Fuß gebunden, vor Müdigkeit schützen.

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