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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Atropin

Atropin
(Atropinum, DL-Hyoscyamin), der Tropasäureester des Tropins, ein Tropanalkaloid verschiedener Solanaceen, z.B. Atropa belladonna, Datura stramonium (Datura-Arten), Hyoscyamus niger). Es stellt das Racemat aus D- und L-Hyoscyamin dar. vgl. Formel
Wirk.: Infolge Bindung an muscarinergen Acetylcholinrezeptoren zeigt A. parasympathikolytische Effekte ohne selbst intrinsische Aktivität zu besitzen. A. führt zur Spasmolyse der glatten Muskulatur, zu Mydriasis und Akkomodationslähmung am Auge sowie zur Einschränkung der Sekretion exokriner Drüsen. Gleichzeitig kommt es zur Tachykardie sowie zur Unterdrückung von Übelkeit und Erbrechen. In höherer Dosierung (ab 3 mg) kommt es zur zentralnervösen Stimulation, die bei Dosissteigerung zu tödlichen ZNS-Lähmungen führt. Anw.: Spasmolytikum u.a. bei Krämpfen des Magen-Darm-Traktes, Asthma, Obstipation, Keuchhusten, Gefäßspasmen, Koliken; bei Epilepsie und Chorea; als Mydriatikum in der Ophthalmologie; als Gegengift bei verschiedenen Vergiftungen, z.B. durch Digitalisglykoside, Muscarin, Pilocarpin, Physostigmin, Kampfstoffe mit parasympatikomimetischer Wirkung.

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