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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Cheiranthus cheiri

Cheiranthus cheiri L.
(syn. Cheiranthus corinthius, C. fruticosus, C. luteus, C. muralis, C. senoneri, Cheiri vulgare, Erysimum cheiri, E. murale); Goldlack (syn. Gelbe Violen, Gelbveiglein, Lack, Lackviolen).
Fam.: Cruciferae (Brassicaceae).
Heim.: östliches Mittelmeergebiet.
Vork.: kultiviert in Europa, Nordafrika, Westasien, Japan, Neuseeland.
Drogen: 1. Cheiranthi cheiri flos (syn. Cheiri arabici flos, Cheiri flos, Flores Cheiranthi, Flores Cheiri, Flores Cheiri arabici, Flores Leicoji lutei, Flores Leucoji, Flores Leucoji lutei et vulgaris); Goldlackblüten, die getrockneten Blüten. Inh.: äther. Öl (0,06 %, u.a. mit Linalool, Geraniol, Nerol, Benzylalkohol, Anthranilsäuremethylester), Flavonoide (Isorhamnetin, Quercetin und deren Glykoside), Cheiranthin (herzwirksames Cardenolidglykosid), Myrosinase. Anw.: in der Volksheilkunde bei Krämpfen, zur Blutreinigung, bei Obstipation als Laxans, bei Leber- und Herzleiden sowie zur Beschleunigung der Menstruation. 2. Cheiranthi cheiri semen (syn. Semen Cheiranthi, Semen Cheiri); Goldlacksamen, die getrockneten, reifen Samen. Die Droge gilt als stark toxisch! Inh.: Cardenolidglykoside (0,5 %, u.a. Cheirotoxin, Erysimosid, Erysinotoxin, Allisid, Cheirosid A), Cheirolin (1,6 %, Isothiocyanatderivat), Glucosinolate (bis zu 1,5 % Glucocheirolin), fettes Öl (ca. 22 %, u.a. mit Linolsäure, Erucasäure, Ölsäure, Linolensäure, Palmitinsäure, Lignocerinsäure). Anw.: früher als Laxans, bei Herzinsuffizienz sowie zur Beschleunigung der Menstruation eingesetzt, heute obsolet.
Hom.: Cheiranthus cheiri HAB1, die frischen, oberirdischen Teile der vor der Blüte stehenden Pflanze. Anw.-Geb.: Weisheitszahnschmerzen.
Histor.: Der Name Cheiranthus kommt vermutlich aus der arabischen Bezeichnung kairi und dem griechischen anthos (Blüte). Der deutsche Name bezieht sich auf die goldglänzende Lackfarbe der Blüten. Nach den Schriften des Hippokrates und Dioskurides war der Goldlack bereits im Altertum eine beliebte Heilpflanze und kam besonders bei Gebärmutterentzündungen und zur Förderung der Menstruation zum Einsatz. Daneben wurde die Pflanze auch als Schmuck für die Altäre und zur Umkränzung von Weinfässern bei festlichen Gelegenheiten genutzt.

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