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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Cichorium intybus

Cichorium intybus L.
Gewöhnliche Wegwarte (syn. Wilde Zichorie, Zichorie), vgl. Abbildung.
Fam.: Asteraceae (Compositae).
Vork.: gemäßigte Zonen in Europa, Asien und Amerika in drei Varietäten foliosum (syn. Salatzichorie, Chicoree); intybus, Wilde Zichorie und sativum, Wurzelzichorie (syn. Kaffeezichorie).
Drogen: 1. Cichorii folia et radix (syn. Folia et Radix Cichorii, Folia et Radix Intybi); Cichorienblätter und Wurzeln (syn. Gemeine Wegwartenblätter und Wurzeln, Wegwartenblätter und Wurzeln, Zichorienblätter und Wurzeln). Inh.: s. C. endivia. Anw.: Appetitlosigkeit, dyspeptische Beschwerden. 2. Cichorii radix (syn. Intybi radix, Radix Cichorii, Radix Intybi); Wegwartenwurzel (syn. Zichorienwurzel), die im Herbst gesammelte, getrocknete Wurzel von C. intybus var. sativum. Inh.: Inulin (ca. 50-60 %), Sesquiterpenbitterstoffe, u.a. Lactucopicrin, Kaffeesäurederivate, insbes. Cichoriensäure (s. Cichorium endivia), Gerbstoffe und Phytosterole. Anw.: Amarum und Cholagogum. Bestandteil entsprechender Teemischungen und Phytopharmaka. Volkstümlich bei Lebererkrankungen, Gelbsucht und als mildes Laxans, ferner als Kaffeesurrogat.
Hom.: 1. Cichorium intybus, die frischen, unterirdischen Teile. Anw.-Geb.: Erkrankungen der Leber, der Galle und der Bauchspeicheldrüse. 2. Cichorium intybus, äthanol. Decoctum HAB1, die ganze, zur Blütezeit gesammelte, getrocknete Pflanze. Anw.-Geb.: anthroposophische Therapierichtung. 3. Cichorium intybus Rh. HAB1, die ganzen, zur Blütezeit gesammelten frischen Pflanzen. Anw.-Geb.: anthroposophische Therapierichtung.
Histor.: Cichorium ist bei Horaz der Name, der sich von kio (gehe) und chorion (Feld) ableitet, somit in Verbindung mit dem bevorzugten Standort der Pflanze steht. Der Artname intybus wird teils auf das griechische éntomos (eingeschnitten) im Hinblick auf die Form der Laubblätter, teils vom lateinischen in (in) und tubus (Röhre) zur Kennzeichnung des hohlen Stengels abgeleitet. Auch der deutsche Name Wegwarte weist auf den bevorzugten Standort der Pflanze, nämlich am Wege stehend, hin. Die Pflanze war bereits im Altertum bekannt und nach Dioskurides und Plinius bereits vonden Ägyptern als magenstärkendes Gemüse kultiviert.



Cichorium intybus, Gewöhnliche Wegwarte

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