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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Cinnamomum-Arten

Cinnamomum-Arten

Fam.: Lauraceae.

Vork.: tropische und subtropische Gebiete, außer Afrika.

Cinnamomum aromaticum Nees (syn. Cinnamomum cassia, C. obtusifolium, Laurus cassia, L. cinnamomum); Zimtbaum (syn. Chinazimtbaum, Chinesischer Zimtbaum, Chinesischer Zimtstrauch, Kassie, Zimtkassie).
Drogen: 1. Cassiae flos (syn. Cinnamomi flos, Clavellis Cassiae, Flores Cassiae, Flores Cassiae deflorati, Flores Cinnamomi); Zimtblüten (syn. Kanelblüten, Kassiablüten, Zimtfrüchte, Zimtkelche, Zimtnägelein, Zimtnagerl), die nach dem Verblühen gesammelten, getrockneten Blüten, bei denen es sich botanisch eigentlich um ein junges Fruchtstadium handelt. Inh.: äther. Öl (ca. 1,9 %, mit Zimtaldehyd als Hauptkomponente). Anw.: als Geruchs- und Geschmackskorrigenz. In der Volksheilkunde wird die Droge auch zur Blutreinigung sowie in Kombination mit anderen Drogen bei Entzündungen eingesetzt. 2. Cinnamomi cassiae aetheroleum (syn. Oleum Cassiae, Oleum Cinnamomi cassiae); Cassia-Öl (syn. Chinesisches Zimtöl, Kassiaöl, Kassiazimtöl), das aus den Blättern, jungen Zweigen und Rindenabfällen gewonnene äther. Öl. Inh.: Zimtaldehyd (ca. 90 %), o-Methoxyzimtaldehyd, Cumarin. Anw.: bei Appetitlosigkeit, dyspeptischen Beschwerden, Völlegefühl und Blähungen. Außerdem zur symptomatischen Behandlung von Verdauungsbeschwerden, Erschöpfungszuständen und zur Förderung der Gewichtszunahme. 3. Cinnamomi chinensis cortex (syn. Cinnamomi cassiae cortex, Cinnamomi cortex, Cortex Cassiae, Cortex Cinnamomi, Cortex Cinnamomi cassiae, Cortex Cinnamomi chinensis); Chinesischer Zimt (syn. Chinesische Zimtrinde, Englischer Zimt, Gemeiner Zimt, Indischer Zimt, Kanel, Mutterzimt, Zimtkassia), die ganz oder teilweise geschälte, getrocknete Rinde dünner Zweige. Inh.: äther. Öl (1-4 %, v.a. mit Zimtaldehyd, Zimtsäure, Cinnamylacetat, Zimtalkohol, Cumarin, o-Methoxyzimtaldehyd), Diterpene (Cinnzeylanole, Cinncassiole), Gerbstoffe, Phenolcarbonsäuren, Lignane, Schleim. Anw.: Appetitlosigkeit, dyspeptische Beschwerden, Blähungen sowie zur symptomatischen Behandlung von Verdauungsstörungen.
Histor.: Zimt wird bereits im ersten chinesischen Kräuterbuch des Kaisers Shen Nung (ca. 2700 v.Chr.) erwähnt und zählt zu den ältesten Gewürzen. Im Mittelmeerraum wurde der Chinesische Zimt als Räuchermittel und Arzneimittel genutzt. Aufgrund der langen Handelswege besaß die Droge bis ins Mittelalter hinein einen sehr hohen Wert und wurde als fürstliches Geschenk immer besonders erwähnt. Um 1500 wurde erstmals in Europa Zimtöl hergestellt.

Cinnamomum burmanii (Nees) Bl. (syn. Cinnamomum dulce, C. kiamis, C. mindanaense, Laurus burmani, L. dulcis, Persea dulcis).
Droge: Cinnamomi burmanii cortex (syn. Cassia lignea, Cortex Cinnamomi burmanii); Padang-Zimt (syn. Fagot-Cassie, Holzkassie, Holzzimt, Java-Cassie, Mutterzimt, Padang-Kaneel, Padang-Kassie, Zimt), die getrocknete Stammrinde. Inh.: äther. Öl (1,5-3,5 %, v.a. mit Zimtaldehyd und Cumarin). Anw.: in der Volksheilkunde bei Diarrhoe und Magenkrämpfen sowie als Gewürz im Haushalt.

Cinnamomum camphora (L.) J. S. Presl. (syn. Camphora camphora, C. officinarum, Cinnamomum camphoriferum, Laurus camphora, L. camphorifera, Persea camfora); Kampferbaum (syn. Campherbaum, Kampferlorbeer).
Droge: Cinnamomi camphorae aetheroleum (syn. Oleum Camphorae, Oleum Cinnamomi camphorae); Kampferbaumöl (syn. Campheröl, Kampferöl), das äther. Öl aus dem Holz. Inh.: v.a. Cineol, daneben Borneol, Carvacrol, Eugenol, Limonen, Phellandren, α-Pinen und Safrol. Anw.: als Bestandteil von externen Rheumamitteln. Die Droge wird häufig in der Kosmetik (Pafüms, Seifen, Deodorants) und in der Technik zur Herstellung von Vanille- und Pfefferminzaromen verwendet.

Cinnamomum culilawan (L.) Bl. (syn. Cinnamomum caryophylloides rubrum, C. culiban, C. culilaban, C. culitlawan, C. rubrum, Laurus culitlawan).
Droge: Culilabani cortex (syn. Cortex Culilabani, Cortex Caryophylloides ruber); Lawang-Rinde (syn. Bittere Zimtrinde, Culilawanrinde), die getrocknete Rinde von Stämmen und Ästen. Inh.: äther. Öl (5-6 %, u.a. mit Eugenol und Safrol in variablen Mischungen). Anw.: früher bei Verdauungsbeschwerden und Darmstörungen. Im Haushalt wird die Droge als Gewürz verwendet.

Cinnamomum loureirii Nees.
Droge. Cinnamomi loureirii cortex (syn. Cortex Cinnamomi loureirii); Saigon-Zimt (syn. Japanzimt), die getrocknete Rinde. Inh.: äther. Öl (2-6 %, v.a. Zimtaldehyd und Eugenol enthaltend). Anw.: in der Volksheilkunde bei Verdauungsbeschwerden.

Cinnamomum verum J.S. Presl. (syn. Cinnamomum ceylanicum, C. zeylanicum, Laurus cassia, L. cinnamifera, L. cinnamomea); Zimtbaum (syn. Ceylonischer Zimtbaum, Ceylon-Zimt, Zeylonzimt, Kaneelbaum).
Drogen: 1. Cinnamomi aetheroleum (syn. Aetheroleum Cinnamomi, Oleum Cinnamomi, Oleum Cinnamomi ceylanici); Zimtöl (syn. Ätherisches Zimtöl, Ceylonzimtöl), das äther. Öl aus der Rinde. Inh.: v.a. Zimtaldehyd (65-76 %) und Eugenol (4-10 %) sowie in geringen Mengen Zimtalkohol, Zimtsäure, Cinnamylacetat und o-Methoxyzimtaldehyd. Anw.: bei Appetitlosigkeit, dyspeptischen Beschwerden, Völlegefühl, Blähungen sowie als Geruchs- und Geschmackskorrigenz. In der Volksheilkunde dient die Droge zur Behandlung der Dysmenorrhoe und zur Blutstillung. 2. Cinnamomi cortex (syn. Cinnamomi ceylanici cortex, Cortex Cinnamomi, Cortex Cinnamomi ceylanici, Cortex Cinnamomi zeylanici); Zimtrinde (syn. Ceylonzimtrinde, Echter Kanel, Echter Zimt, Java-Zimt, Malabar-Zimt), die getrockneten, vom äußeren Kork und darunter liegendem Parenchym befreite Rinde junger Schößlinge, vgl. Abbildung. Inh.: äther. Öl (0,5-4 %, v.a. mit Zimtaldehyd und Eugenol), Procyanidine, Diterpene (Cinnzeylanol, Cinnzeylanin), Phenolcarbonsäuren, Zucker (Mannit, Arabinose, Xylose), Schleim. Anw.: bei Appetitlosigkeit (Zimttinktur) und dyspeptischen Beschwerden, in der Volksheilkunde auch bei Diarrhoe, Erkältungen, Grippe und Wurmbefall. Zimtrinde ist ein häufig verwendetes Gewürz in fast allen Kulturkreisen.
Hom.: Cinnamomum zeylanicum (syn. Cinnamomum) HAB1, die von den äußeren Teilen befreite Rinde junger Schößlinge. Anw.-Geb.: nervöse Störungen, Gebärmutterblutungen.
Histor.: Ceylonzimt wurde im 14. Jh. in Europa erstmals erwähnt, seine Verwendung nahm insbesondere nach 1498 (Entdeckung des Seeweges nach Indien durch Vasco da Gama) und der Besitznahme der Insel Ceylon durch die Portugiesen zu. Anfangs wurden in Ceylon nur wilde Bäume zur Drogengewinnung genutzt, und eine besondere Kaste, die Chalias, war mit dem Sammeln und Schälen des Zimtes beauftragt. Seit Ende des 18. Jh. wird die Droge aus Kulturen gewonnen, bis 1840 war Zimt der Hauptausfuhrartikel von Ceylon, dem heutigen Sri Lanka.



Cinnamomum verus, Cinnamomi cortex, Zimtrinde

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