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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Crataegus-Arten

Crataegus-Arten

Fam.: Rosaceae.

Crataegus azarolus L. (syn. Azarolus crataegoides, Crataegus marokkana, C. maura, C. pontica, Mespilus azarolus); Azaroldorn (syn. Italienische Mispel, Welsche Mispel).
Vork. bes. östliches Mittelmeergebiet.
Drogen: 1. Crataegi flos (syn. Flores Crataegi, Crataegus-azarolus-Blüten), die getrockneten Blüten und 2. Crataegi folium cum flore; Weißdornblätter mit Blüten. Inh. und Anw.: s. Crataegus laevigata.

Crataegus laevigata (Poir.) DC. (syn. Crataegus oxyacantha, Mespilus oxyacantha); Weißdorn (syn. Hag(e)dorn, Mehlbeerbaum, Mehldorn, Weißheckdorn, Zweigriffeliger Weißdorn). Mittelgroßer Strauch oder hoher Baum.
Drogen: s. Crataegus monogyna; vgl. Abb. 1 und Abb. 2.
Vork.: in ganz Europa, zusammen mit



Crataegus laevigata, Crataegi flos, Weißdornblüte



Crataegus laevigata, Crataegi fructus, Weißdornfrüchte

Crataegus monogyna, Jacq. emend. Lindm. (syn. Crataegus apilfolia, Mespilus elegans, M. monogyna, M. moogyna); Eingriffeliger Weißdorn (syn. Einkern-Weißdorn, Weißdorn). Beide Arten bastardisieren stark und sind nicht immer eindeutig zu unterscheiden.
Drogen: 1. Crataegi flos (syn. Flores Crataegi); Weißdornblüten, die getrockneten Blüten. Inh.: Flavonoide (ca. 2,5 %), darunter Flavonole, u.a. Hyperosid (0,7 %) und Flavone u.a. Vitexin-2"-O-α-L-rhamnosid (0,2 %), außerdem Procyanidine (ca. 3,7 %) vgl. Formel, die oligomere (ca. 2,5 %) und polymere (ca. 1,1 %) Procyanidine aufweisen. Weitere Bestandteile sind Kaffeesäurederivate, u.a. Chlorogensäure, sowie Triterpensäuren. 2. Crataegi folium cum flore (syn. Folia Crataegi, Herba Crataegi cum floribus); Weißdornblätter mit Blüten, die getrockneten bis etwa 7 cm langen, blühenden Zweigspitzen. Inh.: Flavonoide (ca. 1,8 %), Flavonol- und Flavonglykoside (s.o.), oligomere Procyanidine (ca. 2,4 %), u.a. das dimere B-2, ferner Phenolcarbonsäurederivate und Triterpensäuren, u.a. Crataegolsäure (2-α-Hydroxyoleanolsäure) und Ursolsäure. Anw.: nachlassende Leistungsfähigkeit des Herzens, leichte Formen von bradikarden Rhythmusstörungen, mangelnde koronare Durchblutung. Bestandteil zahlreicher Arzneifertigpräparate, oft in Kombination mit anderen Drogen oder Substanzen, u.a. auch mit Cardenoliddrogen. Zur Teezubereitung verwendet man als Einzeldosis ca.1,8 g (1 Teelöffel) fein zerschnittene Krautdroge. 3. Crataegi fructus (syn. Fructus Crataegi, Fructus Oxyacanthae, Fructus Spinae albae); Weißdornfrüchte, die getrockneten Scheinfrüchte. Inh.: Triterpensäuren (ca. 0,45 %) u.a. Crataegol- und Ursolsäure, Procyanidine (ca. 3 %) sowie Flavonglykoside und C-Glykosylflavone. Anw.: s. Anwendung von Blatt- und Blütendrogen.
Hom.: Crataegus HAB1., die frischen, reifen Früchte. Anw.-Geb.: Herz- und Kreislaufstörungen, Altersherz.



Crataegus nigra Waldst. et Kit. (syn. Crataegus melanocarpa, Mespilus nigra); Schwarzdorn (syn. Schwarzfrucht-Weißdorn).
Vork.: Südosteuropa.
Drogen: 1. Crataegi flos; Weißdornblüten und 2. Crataegi folium cum flore; Weißdornblätter mit Blüten. Inh. und Anw.: s. C. laevigata.
Hom.: Crataegus HAB1., die frischen, reifen Früchte. Anw.: Herz- und Kreislaufstörungen, Altersherz.

Histor.: Der Gattungsname Crataegus kommt bereits bei Dioskurides vor und stammt vermutlich vom griechischen krataiós (fest, stark) ab, wohl als Hinweis auf das feste Holz des Strauches. Der deutsche Name Weißdorn ist ein Hinweis auf die weißen Blüten.

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