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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Curcuma-Arten

Curcuma-Arten

Fam.: Zingiberaceae.

Vork.: Südostasien.

Curcuma aromatica Salisb.; Blockzitwer.
Droge: Curcuma-aromatica-Wurzelstock; Blockzitwerwurzel (syn. Wilde Gelbwurz), die gebrühten und getrockneten Haupt-und Nebenrhizome oder die in Scheiben oder Längsviertel geschnittenen Teile davon. Inh.: Curcuminoidgemisch (0,03-0,3 %) s. C. domestica, äther. Öl (ca. 6 %) mit Sesquiterpenen (65 %), die meist Curcumene darstellen, Sesquiterpenalkoholen (22 %) sowie u.a. Camphen, Campher und p-Methoxyzimtsäure. Anw.: volkstümlich in den Herkunftsgebieten v.a. äußerlich bei Hautausschlägen und Krätze sowie zur Wundbehandlung. In der Ayurveda-Medizin bei Appetitlosigkeit. In Europa als Ersatz, zuweilen als Verfälschung von Curcumae longae rhizoma oder Zedoariae rhizoma. Ferner zur Gewinnung von Stärke.

Curcuma domestica Val. (syn. Amomum curcuma, Curcuma longa); Gelbwurzel (syn. Kurkuma).
Droge.: Curcumae longae rhizoma (syn. Rhizoma Curcumae, Rhizoma Curcumae longae); Kurkumawurzelstock (syn. Gelbwurzelstock, Gilbwurzel, Gurkumei), gebrühte und getrocknete Wurzelstöcke. Inh.: äther. Öl (3-5 %) überwiegend Sesquiterpene (60 %), u.a. ar-Turmeron, α-, β-Turmeron, Atlanton und Curlon enthaltend, ferner Zingiberen (25 %), Curcumol und geringe Mengen α-Phellandren, Sabinen, Cineol und Borneol. Weitere Bestandteile sind Curcuminoide (3-5 %), u.a. Curcumin vgl. Formel, Mono- und Didesmethoxycurcumin. Anw.: dyspeptische Beschwerden. In den Herkunftsgebieten bei entzündlichen und septischen Haut- sowie Augenerkrankungen. Die Droge dient ferner als Gewürz und ist farbgebender Bestandteil des Currypulvers.



Curcuma xanthorrhiza Roxb. (syn. Curcuma zanthorrhiza); Javanische Gelbwurzel (syn. Javanische Kurkuma).
Droge: Curcumae xanthorrhizae rhizoma (syn. Curcumae amarae rhizoma, Rhizoma Curcumae javanicae, Rhizoma Curcumae xanthorrhizae); Javanische Gelbwurz (syn. Temoe Lawak, Javanische Kurkumawurzel), die in Scheiben geschnittenen, getrockneten, knolligen Wurzelstöcke. Inh.: äther. Öl (3-12 %), das vorwiegend aus Sesquiterpenen, v.a. α- und β-Curcumen, Xanthorrhizol, Germacron und Furanodienon, besteht. Weitere Bestandteile sind Curcuminoide (0,8-2 %, hauptsächlich Curcumin und p-Cumaroylferuloylmethan) sowie Stärke. Wirk.: Neben den choleretischen Eigenschaften, für die offenbar bes. das äther. Öl verantwortlich ist, und den cholokinetischen Effekten, die den Curcuminoiden zugeschrieben werden, wurden bei letzteren zudem antioxidative, mit Radikalfängereigenschaften korrelierende Wirkungen erkannt, die mit hepatoprotektiven, antihepatoxischen, antiphlogistischen, antimutagenen und tumorhemmenden Eigenschaften in Zusammenhang gebracht werden. Anw.: dyspeptische Beschwerden. Bestandteil von Leber- und Gallentees sowie in Fertigarzneimitteln, die als Cholagoga eingesetzt werden. Zur Teezubereitung, die als Einzeldroge wenig üblich ist, kommen ca. 0,5-1 g grob gepulverte Droge zum Einsatz.
Hom.: Curcuma xanthorrhiza HAB; Javanische Gelbwurzel, die getrockneten, unterirdischen Teile.
Histor.: Der Name Curcuma leitet sich vom indischen kurkum, dem Namen der Pflanze und xanthorrhiza (xanthos, goldgelb und rhiza, Wurzel) bezugnehmend auf den Querschnitt des gelben Wurzelstockes ab. Temoe lawak ist die malaiische Bezeichnung für die Droge.

Curcuma zedoaria (Christm.) Rosc. (syn. Amomum latifolium, Amomum zedoaria, A. zerumbeth, Curcuma speciosa, C. zerumbeth); Zitwer (syn. Zedoarie, Zitwerwurzel).
Droge: Zedoariae rhizoma (syn. Rhizoma Zedoariae); Zitwerwurzel, die in Querscheiben oder Längsviertel geschnittenen, getrockneten, knolligen Teile des Wurzelstockes. Inh.: äther. Öl (1-1,5 %) mit Sesquiterpenalkoholen als Hauptkomponenten, daneben Monoterpene, u.a. α-Pinen, Camphen und Cineol sowie darüber hinaus Curcumenol, Curcumol und p-Methoxyzimtsäureethylester. Außerdem Curcuminoide, u.a. Curcumin, sowie Stärke. Anw.: Verdauungsschwäche, mitunter auch als Cholagogum. Im Haushalt in kleinen Mengen als Küchengewürz, ferner als Aromadroge in der Likörindustrie.

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