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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Dictamnus albus

Dictamnus albus L. (syn. Dictamnus fraxinella, Fraxinella dictamnus); Diptam (syn. Aeschenwurz, Aschwurz, Deiwelspflanz, Eschenwurz, Feuerpflanze, Flammender Busch, Gichtwurz, Hexenkraut, Hirzwurz, Spechtwurz, Springwurz, Spritzessigkraut, Weiße Aschwurz, Weißer Dictam, Weißer Diptam), vgl. Abbildung.
Fam.: Rutaceae.
Vork.: südliches und mittleres Europa bis nach Asien hinein, in Deutschland bes. in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und im nördlichen Bayern.
Drogen: 1. Dictamni folium (syn. Folia Dictamni, Herba Dictamni, Herba Dictamni albi); Diptamblätter, die getrockneten, z.T. auch frischen Blätter. Inh.: Flavonoide, u.a. Rutin, Isoquercitrin und Diosmin, Furochinolin-Alkaloide, u.a. Dictamnin vgl. Formel, Furanocumarine, u.a. Psoralen, Bergapten und Xanthotoxin, einfache Cumarine, u.a. Aesculetin und Umbelliferon, Limonoide, u.a. Limonin und Obacunon, sowie äther. Öl, das bes. aus Monoterpenkohlenwasserstoffen, u.a. cis- und trans-Ocimen, sowie Sesquiterpenkohlenwasserstoffen mit Germacren D als Hauptkomponente besteht. Anw.: volkstümlich im Mittelalter als Wundheilmittel, zur Förderung der Menstruation, als harntreibendes Mittel und in Kombination mit Mistel und Paeonie bei Epilepsie. Gegen Ende des 19. Jh. auch bei Magenleiden sowie als Einreibung gegen Rheuma. 2. Dictamni albi radix (syn. Radix Dictamni albi, Radix Fraxinellae); Weiße Diptamwurzel (syn. Diptamwurzel, Escherwurzel), die getrocknete Wurzel. Inh. u. Anw.: s. Dictamni folium. C. Dictamni albi radicis cortex (syn. Cortex radicis Dictamni, Cortex Dictamni radicis); Dictamnus-albus-Wurzel, die getrocknete Wurzelrinde. Inh. u. Anw. s. Dictamni folium.
Hom.: Dictamnus albus HAB34, die frischen Blätter. Anw.-Geb.: bes. Gebärmutter- und Menstruationsbeschwerden.
Histor.: Der Gattungsname Dictamnus ist vom griechischen dictamnos, wie er von Virgil und Aristoteles gebraucht wurde, abgeleitet und setzt sich aus dicte, einem Berg auf Kreta, und thamnos (Strauch) zusammen. Er wurde später von Bock auf die Aschwurz übertragen. Auch der Name Diptam ist aus dem lateinisch-griechischen dictamnos entlehnt. Die ersten sicheren Nachrichten über die Verwendung des Diptam als Heilpflanze stammen allerdings erst aus dem 12. Jh. von Hildegard von Bingen.



Dictamnus albus, Diptam



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