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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Echinacea-Arten

Echinacea-Arten

Fam.: Asteraceae (Compositae).

Echinacea angustifolia DC. (syn. Brauneria angustifolia); Schmalblättriger Sonnenhut (syn. Schmalblättrige Kegelblume, Schmalblättriger Igelkopf).
Vork.: Nordamerika, angebaut auch in der Schweiz und Deutschland.
Droge: Echinaceae angustifoliae radix (syn. Radix Echinaceae angustifoliae); Echinaceae-angustifolia-Wurzel (syn. Echinaceawurzel, Schmalblättrige Sonnenhutwurzel), die getrockneten Wurzeln. Inh.: äther. Öl (weniger als 0,1 %), Polyine (ca. 0,2 %, v.a. Trideca-1-en-3,5,7,9,11-pentain, Ponticaepoxid), Alkamide (0,01 %), Kaffeesäurederivate (0,3-1,3 %), u.a. Echinacosid und Cynarin, Betainhydrochlorid, Pyrrolizidinalkaloide (in Spuren Tussilagin und Isotussilagin), Polysaccharide. Anw.: Extrakte aus der Droge werden zur Prophylaxe und Therapie von Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten sowie septischen Prozessen verwendet. Auch für den Einsatz bei entzündlichen und eitrigen Verletzungen, Abszessen, Furunkeln, Ulcus cruris, Herpes simplex, Phlegmonen, Kopfschmerzen und Stoffwechselstörungen sind Präparate auf dem Markt. Die Wirksamkeit bei diesen Anwendungen ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend belegt. Allerdings muß bei einem Teil der vorgelegten Untersuchungsergebnisse davon ausgegangen werden, daß es sich bei den geprüften Präparationen um Zubereitungen aus Echinacea pallida handelte. In der überlieferten traditionellen Heilkunde der nordamerikanischen Indianerstämme reichen die Indikationen von der äußeren Behandlung von Wunden, Verbrennungen, Mumps, Insektenstichen über das Kauen der Wurzeln bei Zahn- und Halsschmerzen bis zur innerlichen Verwendung bei Schmerzen, Magenkrämpfen, Husten, Erkältungen, Masern und Gonorrhoe. Auch als Antidot bei Schlangenbissen und anderen Vergiftungen soll die Droge eingesetzt worden sein.
Hom.: Echinacea angustifolia HAB1 (syn. Echinacea), die frische, blühende Pflanze mit Wurzel. Anw.-Geb.: unterstützende Behandlung schwerer und fieberhafter Infektionen.

Echinacea pallida (Nutt.) Nutt. (syn. Brauneria pallida, Rudbeckia pallida); Blasser Sonnenhut (syn. Blasse Kegelblume, Blasser Igelkopf).
Vork.: Nordamerika (Gebiet um die Großen Seen), Kanada. Heute kultiviert in Deutschland, Italien, Schweiz, Jugoslawien, Niederlande, Spanien, USA.
Droge: Echinaceae pallidae radix (syn. Radix Echinaceae pallidae); Sonnenhutwurzel (syn. Blaßfarbene schmalblättrige Kegelblumenwurzel, Echinaceae-pallida-Wurzel, Echinaceawurzel), die frischen oder getrockneten, im Herbst gesammelten Wurzeln. Inh.: äther. Öl (0,2-2 %), v.a. Pentadeca-9Z-en-2-on und Pentadeca-1,8Z-dien sowie Pentadecan, Polyine, Alkamide (0,001 %), Kaffeesäurederivate (u.a. ca. 1 % Echinacosid), Polysaccharide. Anw.: zur unterstützenden Therapie bei grippalen Infekten. Weitere Indikationen wie bei Echinaceae angustifoliae radix. Geg.: nicht indiziert bei progredienten Systemerkrankungen wie Tuberkulose, Leukosen, Kollagenosen, multipler Sklerose, AIDS, HIV-Infektionen und anderen Autoimmunerkrankungen.

Echinacea purpurea (L.) Moench (syn. Brauneria purpurea, Echinacea intermedia, E. speciosa, Rudbeckia hispida, R. purpurea, R. serotina); Purpurfarbener Sonnenhut (syn. Purpurfarbene Kegelblume, Purpurfarbener Igelkopf, Rote Sonnenblume), vgl. Abbildung.
Vork.: Nordamerika, in Europa als Zierpflanze. Angebaut wird die Pflanze heute in den USA, Spanien, Südosteuropa, Schweiz, Niederlande und Deutschland.
Drogen: 1. Echinaceae purpureae herba (syn. Herba Echinaceae purpureae); Purpursonnenhutkraut (syn. Echinacea-purpurea-Kraut), die frischen, zur Blütezeit geernteten oberirdischen Pflanzenteile. Inh.: Kaffeesäurederivate (1,2-3,1 %), v.a. Cichoriensäure und Dicaffeoylweinsäure, Flavonoide, bes. Rutin, Kämpferol- und Quercetinderivate, äther. Öl (0,08-0,32 %), Polyine, Alkamide, Polysaccharide (PS I = 4-O-Methylglucuronarabinoxylan (Mr um 35 000), PS II = ein saures Arabinorhamnogalactan (Mr um 450 000) sowie ein Xyloglucan (Mr um 79 500) und ein pektinartiges Polysaccharid, ferner Glycin-Betain, Vitamin C, Cyanidin-glykoside. Anw.: innerlich: zur unterstützenden Behandlung von rezidivierenden Infekten im Bereich der Atemwege und ableitenden Harnwege, äußerlich bei schlecht heilenden, oberflächlichen Wunden. Geg.: s. Echinaceae angustifoliae radix. 2. Echinaceae purpureae radix (syn. Radix Echinaceae purpureae); Purpursonnenhutwurzel (syn. Echinaceawurzel, Sonnenhutwurzel), die im Herbst gesammelten, frischen oder getrockneten Wurzeln. Inh.: äther. Öl (maximal 0,2 %), Polyine (s. Echinacea angustifolia), Alkamide (0,01-0,04 %), Kaffeesäurederivate (0,6-2,1 %, v.a. Cichoriensäure, Caftarsäure), Polysaccharide, Glykoproteine (Mr um 40 000), Spuren an Tussilagin und Isotussilagin. Anw.: s. Echinaceae angustifoliae radix.
Hom.: Echinacea purpurea HAB1, die frischen, oberirdischen Teile blühender Pflanzen. Anw.-Geb.: unterstützende Behandlung schwerer und fieberhafter Infektionen.



Echinacea purpurea, Purpurfarbener Sonnenhut

Histor.: Der Gattungsname stammt vom griechischen echinos (Igel), ab, und bezieht sich auf die stachligen Fruchtböden. Die Pflanze wurde bereits von den indianischen Ureinwohnern Nordamerikas als Antiseptikum gegen Entzündungen, Eiterungen und Furunkel genutzt. Die Sioux-Indianer gebrauchten die Pflanze als Gegenmittel bei Schlangenbissen.

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