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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Ephedra-Arten

Ephedra-Arten

Fam.: Ephedraceae.

Ephedra distachya L. (syn. Ephedra gerardiana, E. maxima, E. vulgaris); Meerträubchen; vgl. Abbildung.
Vork.: Mittelmeergebiet, Westküste Frankreichs, Südrußland, Schwarzmeergebiet bis Sibirien.
Droge: Ephedrae herba; Ephedrakraut, das im Herbst gesammelte Kraut. Inh. und Anw.: s. Ephedra sinica.
Hom.: 1. Ephedra distachya HAB1 (syn. Ephedra vulgaris), die frischen, oberirdischen Teile. Anw.-Geb.: Basedowsche Krankheit. 2. Ephedra distachya spag. Zimpel HAB1 (syn. Ephedra spag. Zimpel), die frischen, oberirdischen Teile. Anw.-Geb.: anthroposophisch orientierte Medizin.



Ephedra distachya, Meerträubchen

Ephedra sinica Stapf; Meerträubel.
Vork.: Mongolei und angrenzende chinesische Provinzen.
Drogen: 1. Ephedrae herba (syn. Herba Ephedrae); Meerträubelkraut, die im Herbst gesammelten und getrockneten jungen Rutenzweige. Inh.: Alkaloide (1-2 %, v.a. (-)-Ephedrin, begleitet von Methylephedrin, Pseudoephedrin und Norephedrin), Flavonoide, Catechine, Lignanderivate, Phenolcarbonsäuren und Derivate, etwas äther. Öl. Anw.: Atemwegserkrankungen mit leichtem Bronchospasmus bei Erwachsenen und Schulkindern. In der chinesichen Medizin wird die Droge bes. bei Erkältungskrankheiten verwendet. Alle Ephedra-Zubereitungen sind verschreibungspflichtig und stehen auf der Doping-Liste des Deutschen Sportbundes. Geg.: bei Schlaflosigkeit, nervöser Unruhe und Kreislaufbeschwerden. Wegen der Gefahr der Gewöhnung sind Drogenzubereitungen nur kurzfristig anzuwenden! 2. Ephedrae radix (syn. Radix Ephedrae); Ephedrawurzel, die getrockneten Wurzeln und das getrocknete Rhizom. Inh.: Tyrosinbetain (Maokinin), Feruloylhistamin, Ephedradine A, B, C und D, Ephedrannin A (oligomeres Procyanidin), Mahuannine A, B, C und D (Bisflavonoide). Anw.: in der chinesischen Volksheilkunde äußerlich bei Schweißausbrüchen und Nachtschweiß.

Histor.: Der Gattungsname leitet sich vom griechischen ephedros (daraufsitzend) ab und galt in der Antike als Bezeichnung einer blattlosen binsenähnlichen Pflanze, die auf Bäumen wächst. Die arzneiliche Nutzung von Ephedra-Arten, die insbes. Rutensträucher der asiatischen und amerikanischen Trockengebiete darstellen, beschränkte sich über lange Zeiträume im wesentlichen auf die alten chinesischen Kulturkreise. Als Tsaopen-Ma Huang , meist von Ephedra sinica bzw. E. shennungiana stammend, gehörte Ephedrakraut zu den geschätztesten Drogen der alten chinesischen Arzneibücher. In Europa wurde die Droge erst gegen Ende des 19. Jh. bekannt, nachdem der Japaner W. Nagai im Jahre 1887, damals Assistent bei August Wilhelm von Hofmann in Berlin, aus Ephedrakraut (-)-Ephedrin isoliert hatte..

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