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Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen: Equisetum-Arten

Equisetum-Arten

Fam.: Equisetaceae.

Equisetum arvense L. (syn. Allosites arvense, Equisetum boreale); Ackerschachtelhalm (syn. Bandwisch, Katzenschwanz, Katzenwedel, Pferdeschwanz, Schachtelhalm, Schafheu, Schafstroh, Scheuergras, Zinngras, Zinnkraut), vgl. Abbildung.
Vork.: Die 4 bis 40 cm hohe Pflanze mit tiefem Wurzelgeflecht ist über ganz Europa, Asien, Nordamerika bis in arktische Gebiete hinein verbreitet.
Droge: Equiseti herba (syn. Herba Equiseti); Schachtelhalmkraut (syn. Kannenkraut, Pferdeschwanzkraut, Scheuerkraut, Tannenkraut), die getrockneten, grünen, sterilen Sprosse. Inh.: Kieselsäure (5-7,7 %) neben Aluminium- und Kaliumchlorid, Flavonoide (Kämpferol- und Quercetinglykoside neben Luteolin- und Apigeninglykosiden). Saponine sind in der Droge entgegen älteren Angaben nicht vorhanden. Anw.: Schachtelhalmkraut-Tee wird zur Durchspülungstherapie bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und bei Nierengrieß innerlich angewendet. Äußerlich dient die Droge zur unterstützenden Behandlung von schlecht heilenden Wunden. In der Volksheilkunde wird ebenfalls die harntreibende Wirkung ausgenutzt. Auch zur Blutstillung bei zu starken Monatsblutungen der Frau, bei Nasen-, Lungen- und Magenblutungen, bei rissigen Fingernägeln und Haarausfall, bei Gicht und rheumatischen Beschwerden, bei Schwellungen, Knochenbrüchen und Frostschäden sowie als Adjuvans bei tuberkulösen Erkrankungen wird die Droge eingesetzt. Zur Teezubereitung verwendet man 2-4 g (1 Teelöffel: ca.1 g) Droge. Die mittlere Tagesdosis liegt bei etwa 6 g.
Hom.: Equisetum arvense HAB34, die frischen, im Spätsommer gesammelten Pflanzen mit sterilen Stengeln. Anw.-Geb.: bei Nieren- und Harnwegserkrankungen.



Equisetum arvense, Ackerschachtelhalm

Equisetum fluviatile L. (syn. Equisetum fluviatilis, E. heleocharis, E. lacustre, E. limosum); Teichschachtelhalm (syn. Hohlkrökeln, Hollrippe, Hollrusch, Hollrusk, Kornpiepen, Nadeldeisken, Schlammschachtelhalm, Teichzinnkraut).
Vork.: Die ausdauernde, 20-150 cm hohe Pflanze mit orangem oder rotem, kahlem Rhizom ist zirkumpolar verbreitet, insbes. in Eurasien und Nordamerika.
Inh.: u.a. Kieselsäure, Alkaloide, u.a. Nicotin und Palustrin, Flavonoide, bes. Kämpferol und Quercetinglykoside.
Hom.: Equisetum limosum HAB34, die frische Pflanze.

Equisetum hyemale L. (syn. Equisetum hiemale, E. zonatum, Hippochaete hyemalis); Winterschachtelhalm (syn. Polir-Schachtelhalm, Scharpruss).
Vork.: Die ausdauernde, 30-150 cm hohe Pflanze mit federkieldickem Wurzelstock und astlosem Stengel ist zirkumpolar verbreitet, bes. an den Westseiten der Kontinente, in Europa von Island und Nordskandinavien bis in das nördliche Mittelmeergebiet.
Inh.: u.a. Kieselsäure, Alkaloide, u.a. Nicotin und Palustrin, Flavonoide, v.a. Kämpferol und Herbacetinglykoside.
Hom.: Equisetum hiemale HAB34, die frische Pflanze. Anw.-Geb.: bei Nieren- und Harnwegserkrankungen.

Equisetum palustre L.; Sumpfschachtelhalm (syn. Duwock)
Inh.: neben Flavonoiden bes. Alkaloide mit Palustrin als Hauptkomponente. Anw.: infolge Toxizität durch die Alkaloide als Droge nicht nutzbar.

Histor.: Bereits im Altertum wurde Equisetum als harntreibendes Mittel und zur Wundbehandlung genutzt. Dioskurides beschreibt die Hippuris als harntreibend, dagegen nennt Plinius die Pflanze erstmalig Equisetum und hebt die blutstillenden Eigenschaften der Droge hervor. Auch Albertus Magnus rühmt die blutstillende Kraft der Droge. Der Gattungsname Equisetum ist lateinischer Herkunft und setzt sich aus equus (Pferd) und seta (Schwanz) zusammen. Bereits bei den Griechen (s.o.) hieß die Pflanze hippuris (Pferdeschwanz), offenbar wegen der feinen Zweige einiger Arten. Der Artname arvense weist auf den bevorzugten Standort der Pflanze hin. Wegen des hohen Gehaltes an Kieselsäure wurde die Droge früher zum Reinigen von Gefäßen ("Zinnkraut"), Möbeln und Parkettfußböden verwendet.

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